Rückgänge bei Flüchtlingen Weniger Schüler an beruflichen Schulen

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Berufliche Gymnasien verlieren 2500 Schüler und die Flüchtlingsklassen schrumpfen um ein Drittel. Doch die Unterrichtsversorgung bleibt angespannt.

In Vorbereitungsklassen lernen junge Flüchtlinge Deutsch und werden über praktische Berufe informiert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
In Vorbereitungsklassen lernen junge Flüchtlinge Deutsch und werden über praktische Berufe informiert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Der Effekt aus der Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 ist an den öffentlichen beruflichen Schulen des Landes vorbei. Die Schülerzahlen sinken im zweiten Jahr hintereinander. Das Statistische Landesamt zählte im aktuellen Schuljahr 348 500 Schüler, das sind 6400 oder 1,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Schuljahr 2016/17 gab es in Baden-Württemberg mehr als 360 700 Schüler an beruflichen Schulen.

Dank der guten Konjunktur stieg jedoch die Anzahl der klassischen Berufsschüler, die im Rahmen ihrer Ausbildung die Teilzeitberufsschule besuchen. Im aktuellen Schuljahr gibt es 188 610 Teilzeitberufsschüler, knapp 2000 mehr als im vergangenen Schuljahr. Drastisch zurück gingen die Schüler im Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf. In dem Programm für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz zählen die Statistiker aktuell 9420 Schüler, im vergangenen Schuljahr waren es 12 180, im Schuljahr 2016/17 sogar 14 170.

Ein Drittel weniger Flüchtlinge

Zum Vorqualifizierungsjahr zählen auch die sogenannten Flüchtlingsklassen, in denen Jugendliche und junge Erwachsene vorzugsweise Deutsch lernen. Mit 3800 Teilnehmern erhalten ein Drittel weniger jugendliche Zuwanderer intensiven Sprachunterricht als noch im vergangenen Jahr, erklärt das Statistische Landesamt.

Auch an den beruflichen Gymnasien sind die Schülerzahlen seit drei Jahren rückläufig. Aktuell gibt es dort knapp 56 700 Schüler, im Vorjahr waren es 59 200, im Schuljahr 2016/17 rund 60 600.

Trotz rückläufiger Schülerzahlen zeigt die Unterrichtsversorgung große Lücken. Vor kurzem wies der Berufsschullehrerverband darauf hin, dass teilweise fast acht Prozent des Unterrichts ausfalle. Eine Krankheitsvertretung existiere nur auf dem Papier. Besonders in den berufsbezogenen Fächern würden Nachwuchslehrer fehlen. Die Zahl der Referendare in den Mangelfächern sei weiter rückläufig.