Rückschnitt an der Stuttgarter Gäubahntrasse War die Rodung am Bahngleis legal?

Rodungsarbeiten an den Böschungen der Gäubahn im Dachswald Foto: Sandra Hintermayr
Rodungsarbeiten an den Böschungen der Gäubahn im Dachswald Foto: Sandra Hintermayr

Das Linksbündnis im Gemeinderat will die Rechtmäßigkeit prüfen lassen. Die Stadträte äußern überdies Zweifel daran, dass dort nun Eidechsen aus Untertürkheim angesiedelt werden könnten.

Stuttgart - Sind die umfangreichen Rodungen an der Panoramabahn rechtens? Eine Frage, die nun auch das Linksbündnis im Gemeinderat umtreibt. Nachdem sich viele Stuttgarter in den vergangenen Wochen entsetzt über das Ausmaß der Rückschnittarbeiten der Bahn entlang der Gäubahntrasse zwischen Stuttgart-Nord und Heslach gezeigt haben, will nun die Linksfraktion die Rechtmäßigkeit der durchgeführten Arbeiten überprüfen lassen. Mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung soll geklärt werden, so Fraktionschef Thomas Adler, ob die Maßnahmen im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes zulässig waren. Daran bestehen bei den Fraktionsmitgliedern offenbar erhebliche Zweifel. Die Bahn hatte angegeben, die Rodungen seien aus Gründen der Verkehrssicherung erfolgt und überdies wegen einer möglichen Umsiedlung von Eidechsen, die dem Bau des Abstellbahnhofs in Untertürkheim weichen müssen.

Zweifel am Umsiedlungsprojekt

Nachdem unsere Zeitung darüber berichtet hatte, dass im betreffenden Areal oberhalb von Heslach seltene Smaragdeidechsen heimisch sind, will die Linksfraktion nun darüber hinaus geklärt wissen, inwiefern eine Umsiedlung von rund 4350 Eidechsen aus Untertürkheim auf die gerodeten Flächen mit dem dortigen Bestand überhaupt vereinbar ist. „Es stellt sich außerdem sofort die Frage, ob wir eigentlich kein Frischluftproblem im Stadtkessel mehr haben“, sagt Adler. Konfrontiert mit Fragen zu den jüngsten Rodungen durch die Bahn, habe ihm das Umweltamt der Stadt bestätigt, dass es in den Vorgang nicht involviert gewesen sei.

Lösungen gefordert

Die Linksfraktion kritisiert, dass seit 2019 geklärt werden müsse, wo die Eidechsen vom Abstellbahnhof in Untertürkheim verbleiben sollen. „Knapp zwei Jahre später haben die Verantwortlichen immer noch keine schlüssigen und vor allem umweltverträglichen Lösungen präsentiert.“




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