Rückspiegel: Bambule am See Mit Bier und Kultur durch die Corona-Zeit

Von Johannes M. Fischer 

In seinem Wochenrückblick erkennt Johannes M. Fischer eine erstaunliche Parallele zwischen Bier und Kultur. Und wundert sich über kreative Abschleppmethoden.

Spaß und Kontrolle. Eine eigenartige Symbiose, die die Corona-Pandemie mit sich brachte. Foto: a/Thomas Kienzle
Spaß und Kontrolle. Eine eigenartige Symbiose, die die Corona-Pandemie mit sich brachte. Foto: a/Thomas Kienzle

Esslingen - Gestern hat die Welt den internationalen Tag des Bieres gefeiert. Die Eßlinger Zeitung hatte sich aus diesem Anlass nach besonderen Biersorten umgeschaut und das Ergebnis auf einer Seite in der Freitagsausgabe und auf dem Onlineportal ausgiebig dokumentiert. Die Recherche verlief derart intensiv, dass der heutige Rückspiegel, auf den sich EZ-Leser jeden Sonnabend freuen, ausfallen muss...

Was Geselligkeit verspricht

Nein, natürlich nicht. Spaß beiseite: Das Bier-Thema hat in diesen Tagen tatsächlich eine tiefere Bedeutung, weil es im besten Fall Geselligkeit verspricht. Und da gibt es ja einen gewissen coronabedingten Nachholbedarf. Aber es tut sich was, erkennbar an der Kultur, die wie das Bier den Schritt zurück ins soziale Leben erleichtert. Besonders spürbar in Esslingen. Beispiele: Die erste von 34 Veranstaltungen des Esslinger Burg-Sommers ging in der Woche über die Bühne. Zudem hat das Esslinger Sommerfunkeln begonnen – ein Ersatz für die Großveranstaltung „ES funkelt“, die der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist. Das Sommerfunkeln setzt sich aus vielen kleinen Veranstaltungen zusammen – die richtige Antwort auf das Virus. Das Kommunale Kino bietet wieder Filme an und angekündigt hat sich jetzt schon für den September das Glockenspiel-Festival „Turm und Klang“. Noch nicht so deutlich sind die Planungen für das Jahr 2021 – der Nachfolger des Zwiebelfestes könnte kommen, könnte aber auch ausfallen. Trotzdem: Es tut sich was.

Bei allem aufkeimenden Frohsinn sind die Warnungen vor zu viel sozialer Nähe aber weder zu überhören, noch zu übersehen. Auf den Flughäfen etwa wird akribisch nach dem Virus gefahndet. Die EZ berichtete aus einer „lichten Halle am Ende des Gangs“, wo Menschen einen langen, dürren Stab in den Rachen oder ins Nasenloch gesteckt bekommen.

Bloß nicht zum Aileswasensee

Also doch besser daheim bleiben? Es muss ja nicht der Aileswasenseesein. Dort griff die Polizei ein, weil Badegäste partout nicht verstehen wollten, dass die Besucherobergrenze erreicht war. Um mehr Ordnung ins Vergnügen zu bringen, dachte sich der für den See verantwortliche Bürgermeister jetzt ein besonders wirksames Mittel aus, das vermutlich auch den letzten Corona-Gegner zur Aufgabe zwingen wird: Falsch geparkte Autos werden ab sofort einfach abgeschleppt.




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