Rücktritt der Verteidigungsministerin Lambrechts erbärmliche Erklärung

Christine Lambrecht hat den Kanzler um ihre Entlassung als Verteidigungsministerin gebeten. Foto: dpa/Michael Kappeler

Christine Lambrecht tritt als Verteidigungsministerin zurück. Schuld an ihrem Scheitern gibt sie nicht sich selbst, sondern den Medien. Das ist erbärmlich, kommentiert Tobias Peter.

Korrespondenten: Tobias Peter (pet)

Christine Lambrecht zeigt sich auch beim eigenen Rücktritt als Unbeirrbare. In ihrer Abschiedserklärung sucht sie den Fehler nicht mal ansatzweise bei sich selbst. Schuld sind aus ihrer Sicht die Medien. Das ist – betrachtet man ihre unprofessionellen Auftritte und ihre Amtsführung – erbärmlich.

 

Geerbte Probleme

Ohne jeden Zweifel hat Lambrecht viele Probleme geerbt, die sich unter früheren Regierungen angestaut haben. Nur: Es war sie selbst, die mit ihrem Silvestervideo und anderen Peinlichkeiten dafür gesorgt hat, dass sie in der Truppe und auch sonst nicht mehr ausreichend ernst genommen wurde. Guten Ministerinnen und Ministern verzeihen die Menschen auch einen Fehltritt. Lambrecht ließ aber nie erkennen, dass sie mit aller Kraft daran arbeitet, dieses wichtige Ministerium – mit all seinen Problemen, etwa in der Beschaffung – in den Griff zu bekommen.

Kanzler Olaf Scholz muss jetzt nicht nur eine schnelle Personalentscheidung treffen, sondern auch eine, die sitzt. Einen weiteren Fehlgriff bei diesem wichtigen Ressort kann er sich nicht erlauben. Er muss sich an den Leistungen der neuen Ministerin oder des neuen Ministers messen lassen.

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