Stuttgart - Etliche Wochen ist der Rückzug von Uwe Hück bei Porsche nun schon her, und noch immer wird gerätselt. War es wirklich die ganze Wahrheit, wie der lange so mächtige Betriebsratschef seinen abrupten Ausstieg begründete? Oder steckt nicht doch mehr dahinter?
Alle aufgeführten Gründe mögen eine Rolle gespielt haben, der eine mehr, der andere weniger. Um Stadtrat in Pforzheim zu werden, hätte Hück seine Position jedenfalls nicht aufgeben müssen. Daneben hat es wohl noch sehr persönliche Motive gegeben, wie er jetzt andeutet. Dazu mag die Erkenntnis gehören, dass Erfolg in der Firma nicht alles im Leben ist und einen hohen Preis im Privaten fordern kann.
Bereinigung auch beim Betriebsrat
Sein Abschied erfolgte aber offensichtlich auch vor dem Hintergrund von Aufräumarbeiten, die bei Porsche seit längerem laufen. Vorstandschef Oliver Blume und seine Kollegen sind erkennbar dabei, alle Bereiche des Unternehmens zu durchleuchten. Mit der Hemdsärmeligkeit früherer Zeiten hat diese Managergeneration nichts mehr am Hut. Grauzonen werden nicht mehr geduldet, überall soll es sauber und korrekt zugehen.
Auch beim Betriebsrat gab und gibt es wohl einiges aufzuräumen. Das wurde schon voriges Jahr deutlich, als Hück gegenüber dem Finanzamt einen Steuerfehler korrigierte und wegen möglicher Interessenkonflikte ein Stiftungsgremium verließ. Und das zeigt sich auch jetzt wieder, da ein enger Weggefährte offensichtlich nach Unregelmäßigkeiten diskret einen Aufhebungsvertrag unterschrieb.
Vermutungen halten sich hartnäckig
Zu all dem sagt Porsche wenig – und kann wegen des Datenschutzes teils auch wenig sagen. Das schürt die Gerüchte über das Ausmaß möglicher Missstände. Bisher gibt es wohl keine Beweise dafür, dass bei der Vergabe der begehrten Porsche-Jobs in Einzelfällen Geld geflossen ist. Doch solche Vermutungen halten sich im Unternehmen hartnäckig, genährt durch manche Auffälligkeiten. Wenn das Aufräumen eines Tages abgeschlossen ist, endet vielleicht auch das Rätselraten über Uwe Hücks Rückzug.