Es sind Zahlen, bei denen einem schwindelig wird. Rund 2,38 Billionen Euro haben die Staaten der Erde im Jahr 2024 für ihr Militär ausgegeben. Es ist ein Rekord, zum zehnten Mal in Folge. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri hervor. Auch Deutschland hat zu diesem Höchstwert beigetragen. Nach den USA, Russland und China gibt kein Land der Welt so viel Geld für das Militär aus wie die Bundesrepublik. Es ist ein Zeichen für eine sich zuspitzende politische Weltlage. Die ernüchternde Wahrheit ist: Es dürften für lange Zeit die geringsten Militärausgaben gewesen sein.
Auch Deutschland will die Militärausgaben weiter erhöhen. Zuletzt lagen sie bei 77,6 Milliarden Euro, was rund zwei Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Doch inzwischen gelten drei Prozent als Untergrenze. Das ist Konsens, bei Verteidigungspolitikern in Berlin, aber auch bei der Nato. Freiwillig rüsten die Europäer nicht auf: Sie fürchten sich vor den imperialen Ambitionen von Wladimir Putins Russland.
Selbst wenn es bald zu einem Ende der Kämpfe in der Ukraine kommen sollte, dürfte das Aufrüsten weitergehen. Denn nach Jahrzehnten des Schrumpfens wollen die Nato-Staaten ihre Streitkräfte so ausstatten, dass Russland von weiteren Eroberungen abgeschreckt wird.
Doch auch die USA könnten dafür sorgen, dass die Europäer noch mehr Geld für die Verteidigung ausgeben. Präsident Donald Trump hat mehrfach Zweifel daran geweckt, dass die Vereinigten Staaten ihren Nato-Verbündeten in Europa im Ernstfall beistehen. Wenn die Europäer einen noch größeren Teil ihrer Verteidigung selbst übernehmen müssen, dann dürften auch die Ausgaben dafür steigen – sogar noch schneller als bislang.