Rundgang durch Leonberger Tiefgarage Bunkerleuchten bringen Licht ins Dunkel

Von Arnold Einholz 

Es muss viel Geld in die Tiefgarage gesteckt werden. Die Stadt und der frühere Pächter haben die Technik veralten lassen.

Die  Tiefgarage in der Altstadt stößt seit ihrer Fertigstellung   1986 auf  geteilte Resonanz  – die einen mögen sie, die anderen scheuen die  Fahrt in den  Untergrund. Foto: factum/Bach
Die Tiefgarage in der Altstadt stößt seit ihrer Fertigstellung 1986 auf geteilte Resonanz – die einen mögen sie, die anderen scheuen die Fahrt in den Untergrund. Foto: factum/Bach

Leonberg - Die einen lieben es, die anderen hassen es, die einen finden es gut, die anderen, die es oft schon seit vielen Jahren nicht mehr genutzt haben, reden es schlecht – es handelt sich um die Tiefgarage, die Parkkaverne, unter der Altstadt. Für den CDU-Stadtverband Leonberg und die Gemeinderatsfraktion ein Grund mehr, innerhalb der Reihe „Wochen der CDU“, die vom Kreisverband initiiert wurde, zu einem Rundgang durch die Unterwelt der Altstadt einzuladen.

Das Erste, was auffällt ist, dass es in den vier unterirdischen Gewölben und Parkdecks mit den insgesamt 611 Parkplätzen seit einigen Tagen heller ist. „Es ist gelungen, die Bunker-Beleuchtung in Gang zu setzen“, sagte Ralf Sperandio. Er ist bei den Stadtwerken, die vor etwa zwei Jahren auch die Tiefgarage übernommen haben, der Bereichsleiter für den Personennahverkehr und das Parken. „Wenn wir die Beleuchtung von Neon-Röhren auf LED-Leuchten umrüsten, hat sich das in anderthalb Jahren amortisiert“, erläuterte Frank Witte. Sein Fachbüro betreut die Stadtwerke in Sachen Wartung, Service und Instandsetzung.

In 30 Jahren wurde einiges schleifen gelassen

Die beiden Fachleute begleiteten den Ersten Bürgermeister Ulrich Vonder­heid (CDU) in seiner Funktion als Chef der Stadtwerke bei dem Rundgang. Und sie hatten viel darüber zu berichten, was die Stadt nun als Betreiber des Parkhauses richten lassen muss. Denn die Verwaltung, der Gemeinderat und der vorherige Pächter haben in 30 Jahren einiges schleifen lassen. Der hatte nur eine fast symbolische Pacht von 25 000 Euro jährlich entrichtet und war auch nur für Reparaturen von bis zu 600 Euro zuständig.

Sperandio und Witte berichteten von inzwischen gereinigten Abluftschächten, die dick mit Taubenkot verschmutzt waren, von der mittlerweile erneuerten Zuluftzentrale, die anspringt, wenn die Kohlenmonoxid-Belastung in einem Parkdeck zu hoch ist. Sie zeigten auch die Abluftzentrale der Hanggarage, in der eindringendes Wasser einen Totalschaden verursacht hat. Sie führten zudem ins Parkdeck 4, wo 45 Stellplätze nicht genutzt werden können, weil eine Sprinkleranlage fehlt. 100 000 Euro schätzt Frank Witte, könnte eine solche kosten. Weitere 150 000 Euro seien notwendig, um die Video-Überwachung in der Garage optimal zu gestalten

In der Kaverne funktionieren mehrere Handy-Netze

„Glasfaserkabel sind inzwischen eingezogen, mehrere Handy-Netze funktionieren, wir mussten fast 30 Wartungsverträge neu schließen, denn der vorherige Pächter hatte sie alle gekündigt, es fand die erste Generalreinigung seit 1986 statt“, sprach Vonderheid die Anfangsschwierigkeiten und zwischenzeitlichen Erfolge an. „Wir haben keine statischen Schäden“, sagte er, beschönigte aber auch nicht, dass in die Garage viel investiert werden muss.

Der Erste Bürgermeister sprach sich in der Diskussion über das Parksystem für das gegenwärtige ohne Schranke aus. „Im Parkhaus Bahnhof hat das System ohne Schranke immer problemlos funktioniert“, betonte er. Man habe doch eine Vereinheitlichung gewollt und ein System, das rund um die Uhr benutzbar bleibe. „Und das haben wir jetzt“, sagte Vonderheid. Am Bahnhof sei eine Schranke gar nicht möglich, denn sechs Etagen in dem Parkhaus seien an Bosch vermietet. Wo eine Schranke sei, brauche es auch Personal, zumindest im Notfall, gab Vonderheid zu bedenken.