Der Running Back (RB) ist ein zentraler Spieler der Offense – und oft derjenige, der am meisten einstecken muss. Seine Hauptaufgabe ist es, mit dem Ball zu laufen, Yards zu gewinnen und die Defense unter Druck zu setzen. Gleichzeitig spielt er auch im Passspiel eine Rolle und hilft beim Schutz des Quarterbacks.
Running Backs müssen schnell und wendig sein, aber auch kräftig genug, um Tackles auszuhalten. Viele RBs sind heute echte Allrounder: Sie laufen, fangen Pässe und blocken – je nachdem, was der Spielzug verlangt.
Welche Arten von Running Backs gibt es?
Im Football gibt es verschiedene Typen von Running Backs. Die wichtigsten sind:
Halfback / Tailback: Wenn in der NFL vom „Running Back“ gesprochen wird, ist meistens der Halfback (auch Tailback) gemeint. Er ist der klassische Ballträger und steht bei vielen Spielzügen auf dem Feld.
Fullback: Der Fullback (FB) zählt zwar auch zu den Running Backs, wird aber häufig anders eingesetzt: eher als Blocker und Vorblocker für den eigentlichen Running Back. Fullbacks bekommen den Ball seltener, sind aber besonders in kurzen Situationen wichtig – zum Beispiel kurz vor der Endzone oder bei Spielzügen, bei denen es nur um ein paar Yards geht. In den letzten Jahren setzen einige Teams wieder häufiger auf Fullbacks als zwischenzeitlich üblich.
Das größte Risiko: der Fumble
Einer der schlimmsten Fehler für einen Running Back ist ein Fumble. Dabei verliert er den Ball, weil er ihm aus der Hand geschlagen wird oder er ihn nicht richtig sichert. Wer den freien Ball zuerst erobert, bekommt den Ballbesitz – und das kann ein Spiel komplett kippen. Deshalb ist Ballkontrolle für Running Backs Pflicht.
Der Running Back im Laufspiel
Im Laufspiel bekommt der Running Back den Ball meistens vom Quarterback überreicht – das nennt man Handoff. Vor dem Snap steht er entweder hinter dem Quarterback oder seitlich versetzt neben ihm, je nach Formation.
Nach der Ballübergabe versucht der RB, hinter der blockenden Offensive Line durchzukommen und die erste Verteidigungsreihe zu überwinden. Direkt an der Line warten meist Defensive Linemen, dahinter die Linebacker und weiter hinten die Safeties.
Um Yards zu machen, braucht ein Running Back vor allem:
- gutes Timing, um die richtige Lücke zu treffen
- Vision, also das schnelle Erkennen von freien Räumen
- Cuts und Täuschungen, zum Beispiel mit Juke Moves
- Balance, um auch nach Kontakt weiterzulaufen
Schafft es der Running Back an Linebackern und Safeties vorbei ins offene Feld, kann daraus schnell ein langer Lauf werden – im Idealfall bis zum Touchdown.
Als grober Richtwert gilt: Ein RB, der im Schnitt etwa vier Yards pro Lauf schafft, ist extrem wertvoll. Denn damit bleibt die Offense ständig in einer guten Ausgangslage für ein neues First Down. Ein Spiel mit 20 bis 30 Läufen und 100 Yards oder mehr gilt in der NFL als stark.
Der Running Back im Passspiel
Running Backs werden nicht nur zum Laufen eingesetzt. Viele Teams nutzen sie auch als Passempfänger, oft für kurze und schnelle Pässe. Dafür starten sie wie gewohnt neben oder hinter dem Quarterback, lösen sich nach dem Snap aber nach außen und laufen festgelegte Routen.
Typische Situationen für RB-Pässe sind:
- schnelle Checkdowns, wenn kein Receiver frei ist
- kurze Pässe gegen aggressiven Druck
- Spielzüge, die die Defense überraschen sollen
Manche Running Backs sind sogar besonders stark im Passspiel und werden gezielt dafür eingesetzt.
Pass Protection: Wenn der Running Back blocken muss
Wenn der Running Back weder laufen noch einen Pass fangen soll, wird er häufig als zusätzlicher Pass-Blocker eingesetzt. Diese Aufgabe ist extrem wichtig, weil sie den Quarterback vor einem direkten Treffer schützen kann.
Erkennt der Quarterback vor dem Snap einen möglichen Blitz (also zusätzlichen Druck durch Linebacker oder Defensive Backs), kann er den Spielzug kurzfristig anpassen – zum Beispiel mit einem Audible. Dabei kann er dem Running Back signalisieren, dass er im nächsten Spielzug in der Pass Protection bleibt und blockt.
Gute Running Backs sind deshalb nicht nur Ballträger, sondern auch ein Sicherheitsfaktor für die gesamte Offense.