Rupert Murdoch bestimmt die Medienwelt mit Die neuen Pläne des knallharten Fuchses

Der Medienzar Rupert Murdoch: Hinter seiner Stirn reift immer eine Strategie. Foto: dpa
Der Medienzar Rupert Murdoch: Hinter seiner Stirn reift immer eine Strategie. Foto: dpa

Der gewiefte Medienzar Rupert Murdoch geht auf die 87 zu. Aber noch immer plant der Mann, der gerade Walt Disney einen Teil seines Konzerns verkauft, weit voraus. Und er mischt sich in die Politik ein.

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)
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New York - Es gibt Mogule, Zaren, Stars in Wirtschaft, Politik und Showgeschäft, bei denen man staunt, dass sie je Karriere machen konnten. Man fragt sich, wie sie sich auch nur einen Tag lang auf ihren Sesseln halten konnten. Beim Medienboss Rupert Murdoch hat sich diese Frage noch nie jemand gestellt. Der Australier, der einst ein mit 21 Jahren ererbtes Lokalnachrichtenunternehmen zum globalen Mediengiganten News Corp ausgebaut hat, ist eine kinoreife Gründerzeitfigur, ein instinktsicherer Pragmatiker, der Märkten gibt, was Märkte wollen. Manche fürchten ihn darum als destruktiven Zyniker, der seriöse Presseprodukte aufkauft und in krakeelende, obendrein stockkonservative Boulevardmedien umbaut, die maximalen Profit bringen müssen.

Aber mittlerweile geht Murdoch auf seinen siebundachtzigsten Geburtstag am 11. März 2018 zu. Und erstmals will der große Zu- und Aufkäufer einen satten Brocken seines Firmenkomplexes abstoßen, das Hollywoodstudio 20th Century Fox nebst einer riesigen Film- und Serienrechte-Bibliothek sowie mehrere Kabelkanäle und Produktionshäuser. Der Vertrag mit Walt Disney ist geschlossen, die US-Genehmigungsbehörden müssen noch zustimmen. Das kann sich bis Ende 2019 hinziehen.

Ein alter König

Nicht nur die „New York Times“ schreibt da mit Bezug auf Shakespeare von einem „König-Lear-Moment“, als sei Murdoch der alte Herrscher, dessen Reich im Eiltempo auseinanderbricht, den die eigenen Kinder verraten und der sich in den Wahnsinn flüchten muss. Zeichen von Wahnsinn aber muss man bei Murdoch lange suchen.

Noch immer denkt er strategisch, noch immer trauert er nicht dem hinterher, was sich seiner Analyse nach überholt hat. Trotzdem glaubt er zur Überraschung manches Konkurrenten noch immer an Nachrichten als profitables Gut in einer Chaoswolke der gratis verschleuderten Informationen. Gerade hat Murdock Facebook ins Visier genommen und verlangt, das soziale Netzwerk möge doch bitte für Nachrichten bezahlen, schließlich trügen die journalistischen Produkte, die über das Netzwerk verteilt werden, erheblich zu dessen Attraktivität und Gewinn bei.

Haftbar für Fake News

Das mag verwegen klingen, vor allem als Antwort auf Facebooks Entscheidung, durch neue Algorithmen die Verbreitung professioneller Nachrichten stark zu drosseln. Aber Murdoch denkt stets voraus. Er sieht in der Politik von Facebook wohl ein Zeichen der Schwäche und der Verunsicherung, den fast panischen Versuch, das Netzwerk aus Debatten über und Haftbarkeit für Fake-News, politische Einflussnahmen und geheimdienstliche Zersetzungskampagnen herauszumanövrieren.

Murdoch rechnet damit, dass ein banalisiertes Facebook in der Konkurrenz zu ­Instagram, Snapchat und anderen nicht wird punkten können, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg reumütig zu Nachrichten wird zurückkehren müssen. Dann würde er besseres Handwerkszeug brauchen, um Seriöses von Unseriösem zu trennen. Mit anderen Worten: den Content und die Expertise großer Medienhäuser. Für diesen Moment will Murdoch nicht nur News Corp schon mal als Geschäftspartner positionieren, er will mit seinem Vorstoß wohl die ganze Branche wachrütteln. Er hätte gerne eine Allianz der auf Bezahlung bestehenden Contentlieferanten.




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