Russland-Affäre Trump Jr. tut Vorwürfe als „lächerlich“ ab

Donald Trump Jr. steht wegen seiner Russland-Kontakte in der Kritik. Foto: AP
Donald Trump Jr. steht wegen seiner Russland-Kontakte in der Kritik. Foto: AP

Die Affäre um ein Treffen von Trump Jr. mit einer russischen Anwältin zieht weitere Kreise. Der Präsidentensohn nennt die Vorwürfe „übertrieben“, sein Vater spricht wieder einmal von „Hexenjagd“. Der Kreml wäscht seine Hände in Unschuld.

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Washington - Präsidentensohn Donald Trump Jr. hat sich nach Vorwürfen gegen ihn in der Russland-Affäre verteidigt und die Rückendeckung seines Vaters bekommen. Der Vorwurf, er habe sich im Wahlkampf mit Russen abgesprochen, sei „lächerlich“ und „übertrieben“, sagte Trump Jr. am Dienstag dem US-Nachrichtensender Fox News. Präsident Donald Trump nahm ihn in Schutz und schrieb auf Twitter, sein Sohn habe bei seiner Reaktion einen „guten Job“ gemacht und sei „offen, transparent und unschuldig“ gewesen.

„Das ist die größte Hexenjagd der politischen Geschichte. Traurig!“, fügte der US-Präsident am Mittwochmorgen (Ortszeit) in seinem Tweet hinzu. Bereits am Dienstag hatte er über seine Sprecherin Sarah Huckabee Sanders mitteilen lassen, Trump Jr. sei eine Person mit ausgezeichneten Qualitäten, die er für „ihre Transparenz“ lobe.

Hintergrund ist ein Treffen von Trump Jr. mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja. Es stellt das bislang deutlichste Anzeichen dafür dar, dass Trumps Wahlkampfteam offenbar gewillt war, Hilfe aus Moskau in Erwägung zu ziehen.

Trump Jr. veröffentlichte dazu einen E-Mail-Austausch mit dem Musikverleger Robert Goldstone, um laut eigenen Angaben Transparenz zu schaffen. Goldstone forderte darin, dass sich Trump Jr. mit einer „russischen Regierungsanwältin“ trifft, die angeblich schädigende Informationen über Trumps damalige Präsidentschaftsrivalin Hillary Clinton besessen haben soll. In einer Antwort an Goldstone schrieb Trump Jr.: „Wenn es das ist, was du sagst, dann finde ich das toll, vor allem später im Sommer.“ Datiert ist die Mail auf Juni 2016.

Trump Jr. betonte, er habe nicht versucht, eine Einflussnahme auf den US-Wahlkampf zu koordinieren oder Clinton zu schaden. Er sagte zudem, er habe seinen Vater nicht über das Gespräch mit Weselnizkaja informiert. „Es war einfach nichts. Es gab nichts zu erzählen“, versicherte der 39-Jährige. Schlussendlich sei das Gespräch mit Weselnizkaja Zeitverschwendung gewesen. Im Rückblick hätte er die Dinge rund um das Treffen vielleicht etwas anders gestalten sollen. Dennoch sah er bei sich kein Fehlverhalten. Die Anwältin hatte am Dienstag beteuert, keine schädigende Informationen über Clinton besessen zu haben.

Der Anwalt des Präsidenten, Jay Sekulow, sagte dem Sender NBC, Trump Jr. habe nicht gegen Gesetze verstoßen, indem er dem Treffen zugestimmt habe. Trump habe erst kürzlich vom E-Mail-Austausch seines Sohnes erfahren.

Die russische Regierung dementierte, Kontakt zu einem in Moskau ansässigen Immobilienunternehmer und seinen Sohn aufgenommen zu haben, die das Treffen arrangiert haben sollen. Der Kreml habe nicht mit Aras und Emin Agalarow gesprochen und auch keine Verbindungen zu der Anwältin, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, am Mittwoch in Moskau.

Die am Dienstag veröffentlichten E-Mails zeigten, dass Goldstone Trump Jr. mitgeteilt hatte, dass sich der Sänger Emin Agalarow und dessen Vater Aras bei der russischen Regierung für Trump eingesetzt hätten. Goldstone schrieb, der „Staatsanwalt Russlands“ habe in einem Treffen mit Aras Agalarow angeboten, der Trump-Kampagne Informationen über Clinton bereitzustellen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich verwundert über die Kontroverse. Er verstehe nicht, warum aus dem Treffen eine so große Sache gemacht werde, sagte Lawrow in Brüssel. „Was ist hier das Problem?“




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