Wladimir Putin und der Krieg in der Ukraine Der Totengräber Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin treibt sein Land mit dem Krieg in der Ukraine in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ruin. Foto: AFP/Mikhail Klimentyev

Wladimir Putin treibt sein Land angesichts der westlichen Sanktionen nicht nur wirtschaftlich in den Ruin. Die Folgen des Krieges trägt am Ende das russische Volk, kommentiert unser Brüssel-Korrespondent Knut Krohn.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)

Sanktionen sind ein Geduldspiel. Das zeigt sich auch im Fall von Russland. Niemand konnte ernsthaft erwarten, dass das Land innerhalb von wenigen Wochen wirtschaftlich kollabiert oder der Kreml gar den Angriff auf die Ukraine einstellen wird. Das hat zwei Gründe. Auf der einen Seite ist Präsident Wladimir Putin wild entschlossen, ohne Rücksicht auf Verluste seine Großmachtfantasien umzusetzen.

 

Auf der anderen Seite ist die russische Gesellschaft traditionell krisenerprobt. Der Kreml-Herrscher spottet sogar über die Sanktionen und setzt darauf, dass der in seinen Augen verweichlichte Westen wegen der stark steigenden Energiepreise einknickt. Während in Europa die Zweifel inzwischen immer lauter geäußert werden, lässt Putin im eigen Land die Opposition mundtot machen.

Russland ist ein Scheinriese

Die Fakten sprechen jedoch eine ganz andere Sprache, denn Russland ist ein Scheinriese. Fast die Hälfte des Staatshaushaltes zieht das Riesenreich aus seinen Öleinnahmen, hinzu kommen Kohle, Gas und andere Rohstoffe. Bildlich gesprochen ist Russland eine gigantische Tankstelle, wesentlich mehr hat das Land nicht zu bieten. Doch wenn Europa als einer der Hauptabnehmer wegfällt, folgt der wirtschaftliche Absturz unweigerlich.

Russlands Wirtschaft bricht dramatisch ein

Während die Wirtschaft in der Europäischen Union trotz aller Probleme in diesem Jahr weiter wächst, bricht die Wirtschaftsleistung Russlands um mehr als zehn Prozent ein. Dabei darf Putin Gas, Öl und Kohle im Moment noch immer in Richtung Europa verkaufen. Doch das Ende ist absehbar, die wirkliche Wucht der Sanktionen erreicht Russland erst in ein paar Monaten. Deshalb versucht der der Kreml-Chef mit gezielten Nadelstichen gegenüber dem Westen, dass die Sanktionen schnell gelockert werden, denn die Zeit spielt gegen ihn.

Die klugen Köpfe verlassen das Land

Das ist aber nur die wirtschaftliche Seite. Das wirkliche Drama ist ein anderes, dessen Folgen noch nicht abzusehen sind. Russland wird auf Jahre abgeschnitten von gesellschaftlichen Entwicklungen, die den Fortschritt eines Landes erst ermöglichen. Schon in der Vergangenheit haben immer mehr junge Menschen und sehr viele kluge Köpfe ihrer Heimat den Rücken gekehrt.

Sie wollen nicht in einem Polizeistaat leben, in dem jede Opposition brutal niedergeknüppelt wird. Sie suchen ihr Glück lieber in offenen, freien und demokratischen Gesellschaften. Diese Entwicklung wird sich weiter beschleunigen – auch das ist eine Folge der westlichen Sanktionen.

Putin ruiniert sein eigenes Land

Wladimir Putin schickt in diesen Monaten nicht nur Zehntausende junger Menschen rücksichtslos in den Tod, schreckt vor Kriegsverbrechen nicht zurück und ruiniert die Wirtschaft seines Landes. Der Kreml-Herrscher raubt auch seinem eigenen Volk die Zukunft. Wladimir Putin wird nicht als Held, sondern als Totengräber Russlands in die Geschichtsbücher eingehen.

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