Ein außergewöhnliches Projekt führte Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Rutesheim buchstäblich bis an den Rand des Weltalls: Ein selbst konstruierter Wetterballon stieg auf über 39.000 Meter Höhe auf und kehrte mit spektakulären Videoaufnahmen sowie umfangreichen Messdaten zur Erde zurück.
Monatelang hatten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Rutesheim in der Arbeitsgemeinschaft „Stratoflight“ unter der Leitung der Mathematiklehrerin Linda Schweizer und mit Unterstützung der Vector Stiftung den Flug vorbereitet. Neben physikalischen Grundlagen und atmosphärischen Phänomenen befassten sich die Jugendlichen mit Technik, Sensorik und Navigation. Ziel des Projekts war es, wissenschaftliche Experimente in der Stratosphäre durchzuführen, etwa Temperatur- und Luftdruckmessungen sowie die Erfassung von GPS-Daten.
Am Freitagmorgen, 25. Juli 2025 startete das Team früh mit den letzten Vorbereitungen. Rund 4.000 Liter Helium füllten den Wetterballon, während Sonde und Fallschirm für den Flug vorbereitet wurden. Gegen 11 Uhr hob der Ballon vom Schulhof ab – begleitet von einem Countdown, an dem sich fast die gesamte Schulgemeinschaft beteiligte.
Nach dem Start begann der zweite Teil des Projekts: die Bergung der Sonde. Diese landete rund 100 Kilometer westlich im französischen Niederroedern – in einem schwer zugänglichen Waldstück. Die Suche entwickelte sich zu einem echten Abenteuer: Das Bergungsteam kämpfte sich durch dichtes Unterholz, bis es schließlich den roten Fallschirm in einem Baum entdeckte.
Mit viel Improvisationstalent – unter anderem einem selbstgebauten Haken aus Teleskopstange, Draht und Panzertape – gelang es, die unbeschädigte Sonde zu bergen. Die erste Auswertung der Daten noch vor Ort überraschte selbst die Projektleitung: Der Ballon hatte eine Höhe von rund 39.400 Metern erreicht, bei Außentemperaturen von bis zu -44,2 Grad Celsius.
Das Projekt war nicht nur ein voller Erfolg, sondern auch ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten. „Das war wie im Film“, fasste ein Schüler die Bergung zusammen. Die aufgezeichneten Daten und Aufnahmen werden nun in der AG ausgewertet und im Rahmen einer Ausstellung am Schulfest präsentiert. Auch ein Video mit den Höhepunkten des Tages ist in Arbeit und wird bald der Schulgemeinschaft gezeigt.
Mit dem Stratosphärenflug ist dem Gymnasium Rutesheim nicht nur ein spannendes Wissenschaftsprojekt gelungen – es wurde ein Moment geschaffen, der Schüler, Lehrkräfte und Beteiligte gleichermaßen begeistert hat.
Linda Schweizer
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