Rutesheim In einem Jahr kommt das Stadtticket

Rutesheim investiert viel in den Nahverkehr, unter anderem in den Stadtbus. Foto: nh/Stadt Rutesheim
Rutesheim investiert viel in den Nahverkehr, unter anderem in den Stadtbus. Foto: nh/Stadt Rutesheim

Die Stadt stärkt die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs.

Rutesheim - Für Fahrten mit dem Bus im Ort können Interessierte derzeit das Ein-Euro-Ticket „Nur gültig im Stadtgebiet Rutesheim“ nutzen. Vom 1. Januar 2021 an wird dieses aber durch das VVS-Stadtticket ersetzt. Das hat der Gemeinderat, trotz einiger Vorbehalte, einstimmig beschlossen.

Die Gemeinderäte und die Verwaltung bedauern, dass nach den Vorgaben des VVS das bisherige günstige Ein-Euro-Ticket nicht mehr ausgegeben werden darf. Deshalb wird an den VVS appelliert, zu gestatten, dass dieses Ticket fortgesetzt wird. Die bereits verkauften Tickets sollten weiterhin gültig sein und nicht verfallen oder die Inhaber zum Umtausch verpflichtet werden.

Stadt investiert viel in günstigen Nahverkehr

„Ein möglichst attraktiver, zuverlässiger und bezahlbarer öffentlichen Nahverkehr liegt den Verantwortlichen in der Stadt sehr am Herzen“, sagt der Erste Beigeordnete Martin Killinger. „Das ist auch ein wesentlicher Baustein des Mobilitätskonzeptes.“ Und das lässt sich die Stadt einiges kosten. Bereits 2011 wurden die Buslinie 655 Stadtverkehr erheblich verbessert, die Fahrzeiten ausgedehnt und der Takt verdichtet. Dazu wurde mit kräftiger Subventionierung der Stadt das Ein-Euro-Ticket „Nur gültig im Stadtgebiet Rutesheim“ eingeführt.

Immer wieder haben Gemeinderat und Verwaltung die Linie 655 Stadtverkehr besonders für das Wochenende ausgeweitet sowie am Freitag- und Samstagabend von 21 bis 0 Uhr das „Ruf-Auto“ eingeführt. Der Preis beträgt zwei Euro je Fahrt. Es fährt nur auf telefonische Anforderung (mindestens eine halbe Stunde vorher) und fährt den Nutzer an sein Ziel im Ort; der Aufpreis beträgt je Person ein Euro.

Subventionierte Tickets

Technisch wird das Ticket „Nur gültig im Stadtgebiet Rutesheim“ als Vier-Fahrten-VVS-Ticket zum Preis von vier Euro (ein Euro pro Fahrt), für Kinder für nur zwei Euro ausgegeben. Die Verwaltung allerdings kauft es zum jeweils geltenden VVS-Preis von derzeit 9,50 Euro beziehungsweise 4,90 Euro (Kinder).

Für das Ein-Euro-Ticket hat die Stadtverwaltung zuletzt Anfang 2019 insgesamt 1200 Tickets für Erwachsene und 1100 Tickets für Kinder beim VVS für 16 790 Euro gekauft. Die vier Verkaufsstellen (Bürgeramt, Buch One, Schreibwaren Schilling und Sehne in Perouse) haben 2019 subventionierte Tickets im Gesamtbetrag von rund 9000 Euro verkauft.

Stadtticket gilt den ganzen Tag

Mit dem neuen Stadtticket kann man für drei Euro den ganzen Tag in Rutesheim unterwegs sein. Die Tickets können sowohl beim Fahrer als auch online, per App, am Automaten oder an den Verkaufsstellen gelöst werden. Die Fahrscheine gelten ab Erwerb bis 7 Uhr am Folgetag und sind in allen öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet gültig. Neben dem Einzeltagesticket gibt es ein Gruppentagesticket – gültig für bis zu fünf Personen – für sechs Euro. Die Einführung des Stadttickets kostet Rutesheim rund 9000 Euro im Jahr. Als Vorteile für das Stadtticket zählt Killinger auf: „Niederschwellig, spontan, preisgünstig, einfach zu verstehen und zu erstehen.“

VVS bleibt hart

Beim VVS beißt die Stadt mit ihrem Vorschlag, das Ein-Euro-Ticket weiter zu behalten, auf Granit. „Wir können verstehen, dass man an dem bestehenden Angebot hängt“, heißt es in einer Antwort des Verkehrsbetriebes. Der Wunsch, das Bestehende zu belassen und gleichzeitig ein Stadtticket einzuführen, sei keine Rutesheimer Spezialität. Diese Forderung habe auch Waiblingen gestellt. Dennoch habe der Gemeinderat dort sich für die Einführung des neuen Stadttickets entschieden.




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