Rutesheim Käse aus Perosa kann ganz schön deftig riechen

Von Arnold Einholz 

In der Mensa des Schulzentrums stehen auch Gerichte aus den beiden Partnerstädten auf der Speisekarte.

Ohne die fleißigen  Kocheltern läuft in der Mensa des Schulzentrums nichts. Foto: arno
Ohne die fleißigen Kocheltern läuft in der Mensa des Schulzentrums nichts. Foto: arno

Rutesheim - Hähnchenbruststreifen in einer Käse-Panade, dazu Pasta in einer cremigen Käse-Soße und als Clou dazu Kartoffelstückchen, das gibt es heute, Donnerstag, in der Mensa des Rutesheimer Schulzentrums. Wer da meint, das sei ein recht ungewöhnliches Mensa-Essen, hat Recht, denn als Dessert gibt es noch einen speziellen Apfelkuchen: den Bressikuchen.

Das Rezept dafür verrät Elke Wagner, die Mensaleiterin. „Die Äpfel müssen vorgebacken werden, dann kommen sie auf einen Teig aus Mehl und Kartoffeln, bevor sie mit angeröstetem Zucker übergossen und gehackten Nüssen bestreut werden – und nicht vergessen die Äpfel sternförmig in der Form auszulegen.“ Doch wozu der große Aufwand? Na ganz einfach, weil in dieser Woche die kulinarischen Partnerschaftstage in der Schulmensa angesagt sind. Am heutigen Donnerstag gibt es deshalb Gerichte aus der italienischen Partnerstadt Perosa Argentina.

Das geheime Rezept

Am Montag ging es bereits österreichisch zu – mit Schnitzel nach Wiener Art, Petersilienkartoffeln, dazu Möhren- und Erbsengemüse. Zum krönenden Abschluss wurde natürlich Apfelstrudel mit einer gehörigen Portion Sahne gereicht als Hommage an die niederösterreichische Partnerstadt Scheibbs. „Leider konnten wir die traditionellen Scheibbser Schokoladenkugeln nicht servieren“, scherzt Elke Wagner, die seit drei Jahren die Mensa im Schulzentrum an der Robert-Bosch-Straße leitet. „Dieses Rezept wird in Scheibbs wie ein großes Staatsgeheimnis gehütet“, hat sie in der Partnerstadt erfahren.

Und eben dieser Besuch im Herbst vor einem Jahr hat bei der Mensaleiterin die Idee der kulinarischen Partnerschaftstage aufkommen lassen. „In einem Wiener Antiquariat habe ich ein altes Buch mit österreichischen Kochrezepten gefunden, die sich gut in der Mensa kochen lassen“, sagt Elke Wagner. Ganz so einfach sei das wiederum auch nicht, denn es gilt dabei, ein Rezept, das in der Regel für vier Personen gedacht ist, auf bis zu 500 potenzielle Esser hochzurechnen und das sei jedes Mal immer spannend, sagt Elke Wagner. „Wenn ich dann auch noch etwas ganz Neues ausprobiere, dann übernimmt die Familie die Rolle der Test-Esser und die sind dann ganz gnadenlos ehrlich“, muss die Fachfrau dann immer wieder erleben.

Am Donnerstag ist Hauptkampftag

Am Donnerstag wird sich nun zeigen, ob das Gericht aus Perosa Argentina ein Renner wird, denn der Donnerstag ist so etwas wie der Hauptkampftag in der Mensa. Um die 500 hungrigen Mäuler sind an diesem Wochentag eher die Regel. „Montags und dienstags werden so um die 350 Essen ausgegeben, mittwochs ist es etwas ruhiger, da findet wenig Nachmittagsunterricht statt, dann rechnen wir mit etwa 130 Essen“, erläutert Elke Wagner. Seit Februar 2007 ist im Schulzentrum die neue Mensa in Betrieb. Sie bietet an vier Tagen pro Woche ein frisch zubereitetes Essen für Schüler und Lehrkräfte aller Schulen. Die Küche ist für maximal 600 Essen in zwei Schichten ausgelegt, der Speiseraum bietet 300 Plätze. Unter der Leitung der Hauswirtschaftsleiterin Elke Wagner kochen im Wechsel ehrenamtliche Kochteammitglieder. „Da ist gerade Zuwachs in Aussicht“, freut sich die Mensaleiterin, denn ohne die fleißigen Ehrenamtlichen läuft hier nichts

„Unser Ziel ist es, die Kinder nicht mit einem faden Kantinenessen abzuspeisen, sondern ihnen ein ausgewogenes Essen zu bieten“, sagt Elke Wagner. Das bedeute keine allzu üppige Fleischration, oft Gemüse, fast immer Salat und dabei immer frisch und möglichst von regionalen Erzeugern.

Beim Partnerschaftskomitee der Stadt ist Elke Wagner mit ihren kulinarischen Partnerschaftstagen offene Türen eingerannt. Vorsitzender Henry Schort informierte nicht nur an beiden Tagen interessierte Schüler über die Städtepartnerschaften. Er hat auch die 18 Kilogramm Käse für die Spezialitäten aus Perosa angekarrt. „Da hat es in unserem Keller aber deftig gerochen“, sagt Ehefrau Carmen dazu.