Rutesheimer Finanzen Das Geld wird in gefragtes Bauland investiert

Von Arnold Einholz 

Im Jahr 2019 wächst das Haushaltsvolumen auf den Rekordwert von 57,7 Millionen Euro an.

Seit Jahren legt die Stadt Rutesheim eine außergewöhnlich dynamische Entwicklung hin. Foto: Archiv/Leicht
Seit Jahren legt die Stadt Rutesheim eine außergewöhnlich dynamische Entwicklung hin. Foto: Archiv/Leicht

Rutesheim - Rund 57,5 Millionen Euro: Gute Einnahmen, hohe Investitionen gepaart mit immer mehr kommunalen Aufgaben und einem soliden Wirtschaften bescheren der Stadt Rutesheim im kommenden Jahr den volumenstärksten Haushalt in ihrer Geschichte. Die Bürgermeisterin Susanne Widmaier und der Stadtkämmerer Rainer Fahrner haben in der jüngsten Sitzung das Zahlenwerk dem Gemeinderat vorgestellt.

„Der Haushalt 2019 schafft eine gute Ausgangslage für die Zukunft unserer Stadt“, sagt die Bürgermeisterin. Das mache vor allem ein Blick in die Finanzplanung bis 2022 sehr deutlich. Für Susanne Widmaier ist es nicht nur ihr erster Haushalt als Rathauschefin. Ein Novum für die ehemalige Beigeordnete von Weil der Stadt ist auch der frühe Zeitpunkt, an dem das Zahlenwerk dem Gremium zur Beratung vorgelegt wird. Die Eckdaten zum Haushalt und die Investitionen im Planungszeitraum hat der Gemeinderat bereits in der Klausurtagung am 23. November, vor der Aufstellung des Planentwurfs, beraten.

(Lesen Sie hier: Gutes Wirtschaften im Rathaus macht sich bezahlt)

Geld in Grund und Boden angelegt

Dabei ist 2018 für Rutesheimer Verhältnisse ein bewegtes Haushaltsjahr gewesen. Im Nachtragshaushalt wurde durch gutes Wirtschaften der Verwaltung 2,9 Millionen Euro erreicht, die für Investitionen genutzt werden können. Allerdings sind 2018 zusätzliche Investitionen von 1,1 Millionen Euro hinzugekommen – durch die Straßenbauarbeiten in Perouse und den Kauf von Wohngebäuden im Stadtgebiet.

Weil die 2018 geplanten Grundstückserlöse aus dem Wohngebiet Nördlich Schelmenäcker erst 2019 eingehen werden, mussten der Rücklage 3,9 Millionen Euro mehr entnommen werden, die auf 8,4 Millionen Euro sank. Doch wurde ein großer Anteil des Geldvermögens in Grund und Boden angelegt, der wegen der anhaltend starken Nachfrage nach Bauplätzen auch wieder veräußerbar ist, was die gewohnt hohe Rücklage wieder auffüllen wird.

Der laufende Betrieb

Insgesamt wird die Stadt im nächsten Jahr 57,5 Millionen Euro einnehmen und ausgeben. Damit liegt das Gesamtvolumen des Haushaltsplanes 2019 um 9,2 Millionen Euro über dem Wert von 2018. Die Einnahmen und Ausgaben für den laufenden Betrieb der Stadt mit ihren vielen Einrichtungen steigen 2019 weiter kräftig an. Das Volumen des Verwaltungshaushalts erhöht sich damit gegenüber dem Vorjahresplan um rund 2,1 Millionen Euro auf 38 Millionen Euro. Auch 2019 will die Verwaltung gut wirtschaften und somit 4,8 Millionen Euro für die Finanzierung von Investitionen selbst zur Verfügung stellen.

Die Stadt investiert im nächsten Jahr wieder sehr viel Geld. „Das Investitionsvolumen mit 15,5 Millionen Euro gehört damit zu den volumenstärksten Haushalten der vergangenen Jahre“, erläutert der Stadtkämmerer. Nur in den Jahren 2017, 2010 und 1999 wurde innerhalb eines Jahres höhere oder ähnlich hohe Investitionsausgaben benötigt.

Hohe Investitionen

Was Rainer Fahrner besonders freut: der größte Teil der sehr hohen Investitionsausgaben fließt in veräußerbares Vermögen und nicht etwa in defizitäre Einrichtungen der Stadt. Von den 15,5 Millionen Euro, die Rutesheim investiert, werden fast 9,2 Millionen Euro für den Erwerb und die Erschließung von Baugrundstücken ausgegeben. Schwerpunkte der Investitionsausgaben sind fünf größere Vorhaben. Das neue Gewerbegebiet im Gewann Gebersheimer Weg, wo sich Akka (früher MBtech) ansiedeln wird, wird für 3,3 Millionen Euro erschlossen. Die Vorbereitung der Grundstücke für den Verkauf im Wohngebiet nördlich Schelmenäcker/Pfuhlweg wird 1,4 Millionen Euro kosten. Der dickste Brocken ist mit 4,4 Millionen Euro der Grunderwerb sowie Erschließungskosten für das Werksgelände und den angrenzenden Parkplatz der Firma Bosch. Hier wird ein neues Wohngebiet entstehen.

Auftakt für weitere Großprojekte

Bereits im Haushalt 2019 sind die ersten Raten für den Neubau einer Kindertagesstätte in der Bahnhofstraße mit zehn städtischen Wohnungen (700 000 Euro) und den Hort-Neubau im Schulzentrum an der Robert-Bosch-Straße (900 000 Millionen Euro) fällig. Doch das ist nur der Anfang, denn die neue Kita an der Bahnhofstraße wird 6,3 Millionen Euro kosten und der Hort 3,1 Millionen Euro.

Woher kommt das Geld?

Insgesamt wird die Gewerbesteuer auf 4,2 Millionen Euro ansteigen. Die Kommunen erhalten 15 Prozent des Landesaufkommens an der Einkommensteuer, was knapp 8,5 Millionen Euro für Rutesheim bedeuteten. Aus dem kommunalen Finanzausgleich bekommt die Stadt 3,78 Millionen Euro zugewiesen, 650 000 Euro mehr als 2018. Insgesamt rund 5,3 Millionen Euro, das entspricht in etwa 127 000 Euro mehr, werden durch Verwaltungs- und Benutzungsgebühren erwirtschaftet. Hier machen sich die im Vorjahr neu geschaffenen zusätzlichen Krippen- und Ganztagesbetreuungsplätze sowie die Tagespflege bemerkbar. Weitere wichtige Einnahmequellen für die Stadt sind die Grundsteuer, die mit rund 1,6 Millionen Euro zu Buche schlägt, und die Miet- und Pachteinnahmen mit rund 1,2 Millionen Euro




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