Rutesheims Bürgermeisterin Viel Applaus und Wertschätzung für Susanne Widmaier
Mit Standing Ovations, persönlichen Worten und Herzlichkeit verabschieden 350 Gäste in der Schul-Aula Susanne Widmaier. Nach acht Jahren geht sie in den Ruhestand.
Mit Standing Ovations, persönlichen Worten und Herzlichkeit verabschieden 350 Gäste in der Schul-Aula Susanne Widmaier. Nach acht Jahren geht sie in den Ruhestand.
Überwältigt und gerührt von ihrem Abschiedsabend in der mit mehr als 350 Gästen voll besetzten Aula im Schulzentrum war die Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Widmaier. „Ich habe mir gerade nochmal überlegt, ob ich nicht verlängern soll, aber so ist es nun gut“, scherzte die 59-Jährige bei ihrer Dankesrede, die den Schlusspunkt unter eine zweistündige bewegende Veranstaltung setzte. Am 31. März scheidet sie nach acht Jahren an der Verwaltungsspitze im Rutesheimer Rathaus offiziell aus dem Amt.
Federführend hatte der Erste Beigeordnete Martin Killinger mit tatkräftiger Unterstützung des Rathausteams den Abend vorbereitet. Gekommen waren zahlreiche Ehrengäste: amtierende und ehemalige Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der Region; Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Kirchen, Vereinen oder Blaulichtorganisationen, Firmen und Betrieben; Gemeinderätinnen und Gemeinderäte; aktuelle und ehemalige Mitarbeitende im Rathaus sowie Bürgerinnen und Bürger von Rutesheim. „Danke für diesen wertschätzenden Abend, der mir viel bedeutet und die acht Jahre abrundet“, sagte Susanne Widmaier.
Sie sei sich bewusst, dass sie ihre Ziele nur deshalb erreichen konnte, „weil ich ein außerordentliches Team hatte.“ Sie unterstrich noch einmal das hervorragende Betriebsklima im Rathaus und hob besonders ihren Ersten Beigeordneten Martin Killinger hervor, mit dem sie stets Hand in Hand arbeitete: „Ich hab schon zu Beginn meiner Amtszeit zu dir gesagt, wenn es dich nicht gäbe, müsste man dich backen.“ Susanne Widmaier dankte explizit dem Gemeinderat „für die von Vertrauen und Respekt geprägte Arbeit“.
Die wertschätzende Art der Bürgermeisterin: Dieser rote Faden zog sich durch alle Redebeiträge an diesem Abend – und es waren einige. Regierungspräsidentin Susanne Bay dankte ihrer Namensvetterin für die acht Jahre, in der die Rutesheimer Bürgermeisterin in einer herausfordernder Zeit mit Corona, Klimawandel, russischer Angriffskrieg in der Ukraine oder den Flüchtlingsthemen ihre Rolle in exponierter Funktion „immer mit ruhiger Hand“ ausgefüllt habe. „Sie haben immer mit Besonnenheit sowie lösungsorientiert mit Blick für das Ganze gehandelt.“ Großen Respekt zollte sie Widmaier dafür, dass sie mit ihrer schweren Erkrankung stets offen umgegangen sei. „Für die Stadt Rutesheim war es ein Glück, Sie an der Spitze zu wissen.“
Auch Landrat Roland Bernhard würdigte die prägende Arbeit Widmaiers. „Und als erste Bürgermeisterin im Kreis Böblingen waren Sie Vorreiterin.“ Er bedauerte mit einem Augenzwinkern, keine Blumen mitgebracht zu haben. „Sie wissen ja, der Landkreis muss sparen.“ Doch ganz ohne Geschenk wollte er dann doch nicht kommen. Ein Buch über Islandpferde – Susanne Widmaier reitet gerne – und ein japanisches Teeservice – die scheidende Bürgermeisterin reist demnächst nach Japan – überreichte er ihr zum Abschied.
Den kleinen Fauxpas mit dem fehlenden Blumenstrauß bügelte Günter Dums, der Vorsitzende des Kreises Junger Christen, als Vertreter der örtlichen Vereine charmant aus. „Wir überreichen der Bürgermeisterin eine Orchidee mit vielen Knospen, für jeden Verein eine.“ Allerdings gäbe es eine Knospe zu viel. „Ich habe mir überlegt, sie wegzumachen, was ich zum Glück nicht tat. Die überreichen wir nun in ihrem Namen, Herr Landrat.“ Die Lacher hatte Dums auf seiner Seite.
Stadtrat Harald Schaber (Unabhängige Bürger Rutesheim) und erster stellvertretender Bürgermeister ließ die vergangenen acht arbeitsintensiven Jahre mit Susanne Widmaier inklusive der wichtigsten Projekte noch einmal Revue passieren. „Mit Ihrer Empathie haben Sie das Klima im Ort geprägt, die Sitzungen habe Sie immer souverän geleitet, auch wenn man mal unterschiedlicher Meinung war“, zog er Bilanz.
Der Waldenbucher Bürgermeister Chris Nathan kam als Vertreter der Bürgermeistervereinigung im Landkreis Böblingen – dessen Vorsitzende Susanne Widmaier nach wir vor sein wird. „Dass Du an unserer Spitze stehst, ist Wertschätzung Deiner Person.“ Zweifel daran, dass die 58-Jährige auch ihren neuen Job als Reisebegleiterin gut machen wird, hat Chris Natan keineswegs. „Wer acht Jahre lang Bürgermeisterin ist, den schreckt keine Reisegruppe.“
Jürgen Schwarz, Schulleiter am Rutesheimer Gymnasium, dankte Susanne Widmaier im Namen all seiner Kolleginnen und Kollegen dafür, „dass Vertrauen das Grundprinzip unserer Kooperation war, Sie haben sich um die Schulen gekümmert und haben immer Wort gehalten, wenn Sie was zugesagt haben“. Auch vor einer schnellen und unbürokratischen Hilfe habe sie sich nie gescheut.
Am Ende des Abends gab es „Standing Ovation“ für Susanne Widmaier und einen abschließenden Stehempfang. Der gewählte Nachfolger Tobias Pokrop wird sein Amt am 1. Mai antreten.