S-21-Besichtigung am Hauptbahnhof Bahn und SSB bitten auf Baustelle

Von Josef Schunder 

Vom Dreikönigstag, 6. Januar, bis zum 8. Januar sind auf der großen Bahnhofsbaustelle in Stuttgart wieder Tage der offenen Baustelle. Der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm hofft, dass wie Anfang 2016 wieder rund 30 000 Schaulustige kommen.

Die Bahnhofsbaustelle kann wieder besichtigt werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Bahnhofsbaustelle kann wieder besichtigt werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Insgesamt knapp 50 000 Menschen haben sich 2016 bei Sonderveranstaltungen auf den Baustellen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 umgeschaut, davon allein 30 000 bei Tagen der offenen Baustelle am Hauptbahnhof zum Dreikönigstag. Jetzt kommt die Neuauflage: An diesem Wochenende können vom 6. bis 8. Januar Schaulustige wieder ganz nah an die Baustellen am Hauptbahnof herankommen. Der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm will sie mit Experten zusammenbringen, die Schaulust und den Wissensdurst stillen.

„Wir hoffen, dass es wieder rund 30 000 sein werden wie vom 4. bis 6. Januar 2016“, sagt David Bösinger, der Leiter der Vereinspressestelle. Letztlich werde die Zahl wohl vom Wetter abhängen. Bösinger und Vereinschef Georg Brunnhuber bangen, dass es am Freitag keinen Schneefall mehr gibt.

Kein Zugang zum Tunnel im Kriegsberg

Mit von der Partie ist erstmals die Stuttgarter Straßenbahnen AG, die bei der Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie – also im Bereich Schillerstraße und Gebhard-Müller-Platz – einen neuen Tunnel baut. Das Projekt ist ausgelöst durch Stuttgart 21, weil der neue Tiefbahnhof eine andere Wegführung für die Stadtbahnen erforderlich macht. Bei der Gelegenheit können die Besucher, die von Freitag bis Sonntag zu den Tagen der offenen Baustelle kommen werden, auch wirklich eine Tunnelbaustelle anschauen.

Unter der Regie der Bahn AG ist zwar nahe des anderen Endes der Schillerstraße auch eine Tunnelbaustelle eingerichtet, doch hier an der Sohle des Kriegsbergs darf niemand reinschauen. Die Arbeiten für die Bahn-Bauwerke hinken hinter dem Zeitplan her. Deshalb wird am Tunnel im Kriegsberg auch an diesem Wochenende gearbeitet werden. „Da wäre es zu gefährlich, Besichtigungen zuzulassen“, sagt der Vereinschef Georg Brunnhuber.

Projekt-Verein will trotz Sparzwang bei der Stange bleiben

Die Tage der offenen Baustelle sind eine Schiene, auf der der Verein die Öffentlichkeitsarbeit für das Bahnprojekt betreibt. Neben der Veranstaltung an Dreikönig 2016 waren an einem Apriltag auch noch rund 7500 Menschen am Portal des Fildertunnels beim Echterdinger Ei, um die dort ruhende Tunnelbohrmaschine Suse zu bestaunen. Und etwa 10 000 Schaulustige waren beim Nordbahnhof auf der Baustelle.

Bei derartigen Events, aber auch bei den Führungen durch das Turmforum im Hauptbahnhof mit der Ausstellung zum Bahnprojekt sowie bei den Gruppenführungen auf den verschiedenen Baustellen soll es bleiben, auch wenn der Verein von diesem Jahr an nur noch rund drei Millionen statt vorher 3,7 Millionen Euro für Öffentlichkeitsarbeit einsetzen kann. 2016 habe man zum vierten Mal in Folge mehr Menschen im Turmforum und auf der Baustelle begrüßen können als im Vorjahr, teilte der Verein mit. Der Ansturm von Interessenten an den Informationsangeboten übertreffe alle Erwartungen.

Mit Flugblättern ist zu rechnen

Werden da möglicherweise sogar Projektgegner schwach? Er glaube nicht, dass man sich unter die Besucher mischen werde, denen der Verein mittels Ingenieuren und anderen Fachleuten die Projektdetails nahebringen will, sagt Werner Sauerborn vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21. Aber Flugblätter, mit denen die Projektgegner ihre Sicht der Dinge an den Mann bringen wollen, werden an den Zugängen zur Baustellenbesichtigung wohl schon verteilt werden, kündigt er an.