S-Bahn-Ausbau in Filderstadt Warum die S-Bahn drei 40-Meter-Funkmasten braucht

Funkmasten, wie hier bei Mönsheim, wird es bald auch auf den Fildern geben. Foto: Simon Granville/Archiv

Entlang der Bahn-Neubautrasse zwischen Bernhausen und Neuhausen werden drei riesige Funkmasten gebaut. Sie sind für die Kommunikation in den Zügen nötig und sicherheitsrelevant.

Eindrucksvoll groß werden sie in jedem Fall sein. Ganze 40 Meter hoch werden drei massive Schleuderbeton-Funkmasten sein, die entlang der S-Bahn-Verlängerung errichtet werden, die derzeit zwischen Bernhausen und Neuhausen gebaut wird. Der erste Mast wird am Rand von Bernhausen beim Lidl-Markt stehen, der zweite etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen der Kläranlage und der Firma TK Elevator, und der dritte wird sich am neuen Bahnhof in Neuhausen befinden, genauer gesagt an der Robert-Bosch-Straße bei der neuen Fußgängerunterführung.

 

Um die Bevölkerung mitzunehmen und mögliche Bedenken zu zerstreuen, hat die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) nun das ganz große Rad gedreht. „Den Kommunen war wichtig, dass die Bürger informiert werden“, sagte Daniel Kohler, der SSB-Projektleiter. Zu einer Infoveranstaltung in der Sielminger Gemeindehalle waren nicht nur Vertreter der Firma Vantage Towers, die die Masten bauen wird, und des Mobilfunkanbieters Vodafone eingeladen, sondern auch zwei Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz. Das Interesse war jedoch mäßig. Maximal 50 Stühle waren besetzt, viele davon aber mit Vertretern aus den Kommunalverwaltungen und den Gemeinderäten.

Grundsätzlich geht es um die Digitalisierung im Rahmen des S-Bahn-Ausbaus und die Einbindung in den Digitalen Knoten Stuttgart. Die drei Masten sollen eine unterbrechungs- und störungsfreie Kommunikation zwischen der Strecke, dem Fahrzeug und der Funkzentrale mittels GSM-R-Funkübertragung ermöglichen. Mindestens. Wichtig ist dabei die Redundanz in räumlicher und technischer Hinsicht, also etwa auch über das öffentliche GSM-Mobilfunknetz. Will heißen: Die Kommunikation ist sicherheitsrelevant und muss daher in mehrfacher Hinsicht gewährleistet sein.

Wenn die Masten schon mal stehen, dann hängen sich auch noch die großen Mobilfunkanbieter dran. Der Hauptmieter wird Vodafone sein, aber auch die Telekom und Telefonica werden ihre Antennen in 40 Meter Höhe aufhängen. „Letztendlich muss ich sagen, dass alle drei Masten auch für die Bevölkerung relevant sind“, sagte Paul Franz von Vantage Towers, schließlich erwarte man heute ja eine möglichst lückenlose und stabile Mobilfunkversorgung.

Wie schädlich sind die Masten?

Ist das Ganze für die Menschen vor Ort schädlich? Immerhin werden sich ja Personen rund um die zukünftigen Masten aufhalten, und Mindestabstände von irgendeiner Bebauung gibt es nicht. Die Antwort von Florian Kohn vom Bundesamt für Strahlenschutz: nein. Die einzuhaltenden Grenzwerte für derartige ortsfeste Funkmasten sind in der Verordnung über elektromagnetische Felder fest definiert und werden regelmäßig durch die Bundesnetzagentur kontrolliert. Die erfassten Werte sind auch online für jedermann einzusehen. „Unterhalb der Grenzwerte sind keine gesundheitsrelevanten Auswirkungen nachgewiesen“, sagte der Biologe, zumal Mobilfunkbasisstationen, die derartige Masten sind, Grenzwerte überhaupt nur zu einem geringen Prozentsatz ausschöpften. Er betonte: „Für unsere persönliche Exposition spielen die Masten eine untergeordnete Rolle.“ Interessanter seien da schon persönliche Gegenstände, die heutzutage quasi jeder in der Hosen- oder Handtasche mit sich führe. „Die Hauptexpositionsquellen sind für uns die Mobiltelefone oder Tablets. Das sind kleine Basisstationen, die Sie nah am Körper tragen.“

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