S-Bahn fahren mit Smartphone Immer mehr VVS-Kunden kaufen Handytickets

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Weil Kunden von Bus und Bahn in der Region Stuttgart zunehmend für den Ticketkauf auf ihr Smartphone zurückgreifen, könnten in 20 Jahren die Fahrscheinautomaten Geschichte sein.

Immer mehr S-Bahn-Fahrgäste haben ihren Fahrschein auf dem Handy. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Immer mehr S-Bahn-Fahrgäste haben ihren Fahrschein auf dem Handy. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Über das Internet erworbene Tickets werden für die Nutzer von Bus und Bahn im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) immer wichtiger. Nach Informationen unserer Zeitung ist inzwischen jeder vierte Fahrschein der verfügbaren Kategorien online erworben. Tendenz steigend.

Der Verbund hat im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Einzel-, Tages-, Wochen- und Monatstickets verkauft, davon rund ein Viertel auf Smartphones. „Wir gehen davon aus, dass 2020 jedes dritte Ticket in diesen Kategorien per Handy gekauft wird“, sagt VVS-Geschäftsführer Horst Stammler mit Blick nach vorne.

Smartphone als Ticketautomat

Der Manager freut sich über die Entwicklung, weil er für diese Kunden keine Fahrscheinautomaten in Bahnhöfen und an Bahnsteigen braucht. Die Automaten haben einen hohen Wartungsbedarf und sind häufig Ziel von Vandalismus. Stammler kann sich sogar vorstellen, dass die Taschencomputer „mittelfristig“ die Automaten komplett ersetzen: „Allerdings dauert es noch einige Jahre.“ Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) wird vom kommenden Jahr erst einmal neue Automaten aufstellen. „Vielleicht ist das aber die letzte Automatengeneration“, sagt Horst Stammler. Eine Generation hält nach Angaben des VVS etwa 15 bis 20 Jahre.

Ein Viertel des Umsatzes am Automaten

Da die vielen Zeittickets im Verkehrsverbund mit Plastikkarten im Kreditkartenformat funktionieren, macht der Verkehrsverbund zurzeit nur noch rund 26 Prozent des Umsatzes in Höhe von etwa 550 Millionen Euro an den Fahrscheinautomaten.

Aus unserem Plusangebot: Das sind die Zukunftsprojekte des VVS

Wie die weitere Zukunft aussehen könnte, testen alle 22 Verkehrsverbünde in Baden-Württemberg und das Land selbst im Laufe des Jahres 2020. Dann werden sich Testpersonen beim Einstieg in Bus und Bahn nur noch an einem System anmelden und beim Ausstieg wieder abmelden. Die Abrechnung erfolgt dann automatisch.

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