S-Bahn-Haltestelle in Stuttgart-Rohr Vermeintlicher Bombenkoffer löst Polizeieinsatz aus

Von gös 

Letztlich entpuppte sich der Koffer, den jemand in Stuttgart-Rohr vermutlich beim Einsteigen in die S-Bahn vergessen hat, zwar als harmlos. Nach all der Aufregung könnte auf den Besitzer aber trotzdem Ärger zukommen.

Mit einem Roboter untersucht die Berliner Polizei im Dezember 2018 einen verdächtigen Gegenstand. Foto: dpa
Mit einem Roboter untersucht die Berliner Polizei im Dezember 2018 einen verdächtigen Gegenstand. Foto: dpa

Vaihingen - Im Zeitalter des islamistisch geprägten Terrors kann man herrenlos herumstehende Gepäckstücke nicht mehr unbefangen betrachten. Koffer oder Bombe? So lautet dann die Frage. Dies war am Montagabend an der S-Bahn-Haltestelle Rohr der Fall. Dort hat ein Hartschalenkoffer, der dort stand, einen Polizeieinsatz ausgelöst.

Wie die Bundespolizei mitteilt, alarmierten Reisende gegen 18.40 Uhr die Polizei. Sie meldeten einen herrenlosen Gegenstand am S-Bahnsteig. Beamte des am Flughafen stationierten Entschärfungsdienstes, welcher der Bundespolizei untersteht, rückten an. Über die Vorgehensweise dieser Spezialkräfte will sich ein Sprecher der Behörde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Man will ja nicht, dass echte Bombenleger die Abläufe herausfinden könnten. Wie dem auch sei: Die Beamten stellten fest, dass sich in dem Koffer keine Bombe befand, sondern Reiseutensilien. Danach wurden die laut Bundespolizei „im Nahbereich“ um den Koffer herum eingerichteten Absperrungen wieder aufgehoben.

Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden

Was kommt denn nun auf denjenigen zu, der durch das Stehenlassen eines Gepäckstücks einen solchen Einsatz auslöst? „Wir prüfen erst einmal, ob ein Straftatbestand vorliegt. Wenn der Eigentümer des Koffers glaubhaft versichern kann, dass er den Koffer einfach nur vergessen hat, oder wenn es eine andere harmlose Erklärung dafür gibt, dann wird kein Strafverfahren eingeleitet“, sagt der Sprecher der Bundespolizei. Damit wäre der Vergessliche strafrechtlich betrachtet aus dem Schneider.

Möglicherweise kämen dann aber doch Kosten auf ihn zu. „Wenn wegen des Einsatzes der S-Bahn-Verkehr eingestellt werden müsste, dann läge es im Ermessen der Bahn, den Koffereigentümer zivilrechtlich auf Schadenersatz zu verklagen“, sagt der Sprecher. Zu Verzögerungen oder Ausfällen im Bahnverkehr sei es jedoch wegen der Ereignisse auf dem S-Bahnsteig in Rohr nicht gekommen.

Den Eigentümer des Koffers hat die Bundespolizei immer noch nicht ermitteln können. Die Beamten nehmen deshalb unter der Telefonnummer 0711/87 03 50 Hinweise der Bevölkerung, die auf seine Spur führen, entgegen.

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