S-Bahn in der Region Kritiker fordert neue Fahrpläne für S-Bahn

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Die aus dem Takt geratene S-Bahn muss „von Grund auf renoviert werden“, sagt der Landesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland Lieb. Er fordert neue Fahrpläne mit größeren zeitlichen Reserven auf allen sechs S-Bahn-Linien.

Auch  im VVS-Aufsichtsrat gibt es inzwischen erhebliche Bedenken wegen der knapp kalkulierten S-Bahn-Anschlüsse.  Foto: Zweygarth
Auch im VVS-Aufsichtsrat gibt es inzwischen erhebliche Bedenken wegen der knapp kalkulierten S-Bahn-Anschlüsse. Foto: Zweygarth

Stuttgart - Der aus dem Takt geratene S-Bahnverkehr muss nach Ansicht eines namhaften Bahnkritikers neu aufgestellt werden, um wieder stabil zu laufen. „Wir brauchen unbedingt neue Fahrpläne mit größeren zeitlichen Reserven auf allen sechs S-Bahn-Linien“, fordert Matthias Lieb, der Landesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Das S-Bahn-System in der Region müsse endlich „von Grund auf renoviert und fit für die nächsten zwanzig Jahre gemacht werden“.

Lieb sieht in einem stabilen Fahrplan den einzigen Ausweg aus der S-Bahn-Misere: Wegen der auf Kante genähten Umstiegszeiten an vielen Haltestellen erreichten heute viele Pendler im Berufsverkehr ihre Anschlüsse nicht mehr. „Der gesamte Verbundplan beruht auf zu knappen Umstiegszeiten.“ Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Region seien aber darauf angewiesen, dass das Rückgrat des Nahverkehrs stets zuverlässig und pünktlich unterwegs sei und alle Anschlüsse funktionierten. „Letzteres ist mit den bestehenden Fahrplänen aber nicht mehr gewährleistet“, sagt Lieb.

Pendler verpassen Anschlüsse

Der Fachmann sieht die grundsätzlichen S-Bahn-Probleme mit dem vorläufigen Aus für den neuen Pannenzug ET 430 noch nicht beseitigt. Die fehlerhaften Türen und Schiebetritte seien ja nur ein neues von vielen anderen Problemen. „Die Anschlusspünktlichkeit im S-Bahn-Netz wird seit Jahren schlechter“, betont der Bahnkritiker. Der Bahn und dem Verband Region Stuttgart (VRS) seien die großen Probleme auf der mit täglich gut 100 000 Fahrgästen besetzten S-Bahn-Linie 1 zwischen Kirchheim/Teck und Herrenberg bereits seit langem bekannt. „Die Zeitpuffer für Umsteiger von der Ammertal- und der Schönbuchbahn sowie der S 60 von Renningen sind in Herrenberg und Böblingen viel zu eng“, betont Lieb. Deshalb verpassten oft viele Pendler ihre Anschlüsse und verlören Zeit.

Auch die Übergänge an vielen S-Bahn-Stationen im Umland zu den Bushaltestellen seien zu eng gestrickt. „Wenn die S-Bahn nur wenige Minuten zu spät kommt, ist der Bus weg“, sagt Lieb. Die Zubringer müssten ja ihren eigenen Fahrplan einhalten, um auf der Rückfahrt pünktlich an der S-Bahn-Station zu sein.




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