S-Bahn in Stuttgart Auch Fern- und Regionalverkehr von Sperrung betroffen
Die Sperrung des Innenstadttunnels für die S-Bahn vom 31. Juli an schlägt auf viele Zugverbindungen im Stuttgarter Hauptbahnhof durch. Einige werden gekappt.
Die Sperrung des Innenstadttunnels für die S-Bahn vom 31. Juli an schlägt auf viele Zugverbindungen im Stuttgarter Hauptbahnhof durch. Einige werden gekappt.
Stuttgart - Die umfangreichen Bauarbeiten im S-Bahn-Tunnel und den Haltestellen der Schnellbahn unter der Landeshauptstadt ziehen vom Betriebsstart am frühen Morgen des 31. Juli bis zum 13. September (4 Uhr) nicht nur die Fahrgäste der S-Bahn in Mitleidenschaft. Auch zahlreiche Reisende im Fern- und Regionalverkehr der Bahn mit Start und Ziel in Stuttgart werden von den Sanierungsarbeiten der Stammstrecke betroffen sein, denn ihre Züge können den Hauptbahnhof nicht anfahren.
Fünf Gleise und damit rund ein Drittel der Kapazität im Kopfbahnhof zweigt die Bahn AG für den S-Bahn-Verkehr in der Region ab, um Umstiege zwischen den Schnellbahnen am oberirdischen Halt zu ermöglichen. Auf diese Weise erreichen die S-Bahnen die Gleise der Gäubahn durch Stuttgart und damit die auch bei Störungen auf der Stammstrecke genutzte Umfahrung der Stadt in Richtung Vaihingen. Die S 1 (Herrenberg–Kirchheim), S 15 (Herrenberg–Bietigheim-Bissingen) und die S 23 (Filderstadt–Backnang) nutzen diese Umleitung. Im Hauptbahnhof starten und enden die Linien S 2, S 4, S 5 und S 6.
Im Fernverkehr hat die Bahn AG drei IC-Linien „angepasst“: Die Züge der Linie 30 (Hamburg–Köln–Koblenz–Stuttgart) werden überwiegend nach Karlsruhe umgeleitet. Stuttgart und Vaihingen (Enz) werden nicht bedient. Die ICE-Linie 47 aus Dortmund über Köln und den Flughafen Frankfurt nach Stuttgart endet in der Regel in Heidelberg. Dort gibt es einen IC-Anschluss von und nach Stuttgart. Eine durchgängige Verbindung zwischen Köln/Düsseldorf und Stuttgart bietet die Bahn alle zwei Stunden mit der ICE-Linie 42 an. Sie endet in München.
Die IC-Linie 87 von Stuttgart über Singen nach Zürich erhält den Start- und Zielbahnhof Stuttgart-Vaihingen. Direktzüge (alle zwei Stunden nach Zürich) fallen aus, weil in den Sommerferien und auf Teilstrecken bis zum 26. September auch auf der Gäubahn die Bauarbeiter anrücken und 19 Weichen, 8,1 Kilometer Gleise und 14 000 Tonnen Schotter austauschen. 17 Millionen Euro werden investiert. So kommt es auch auf dieser Strecke zu Einschränkungen. Gesperrte Abschnitte überbrückt die Bahn mit Bussen. Den jeweiligen Stand der Bauetappen auf der Gäubahn finden Reisende im Netz auf https://bauinfos.deutschebahn.com unter Bundesländer, Baden-Württemberg; Verbindungen stehen auf bahn.de.
Im Regionalverkehr wirken sich die Arbeiten an der S-Bahn auf fünf Linien aus: Auf der Interregio-Linie (IRE) 6 (Stuttgart–Aulendorf) fallen die Züge zwischen Stuttgart und Tübingen aus. Ersatz bietet die Linie RE 12 und die Regionalbahn (RB) 18 von Abellio. Auf der RE 8 Stuttgart–Würzburg beginnen und enden die Züge ihre Fahrt überwiegend in Bietigheim-Bissingen, nur einzelne fahren nach Stuttgart. Außerdem fahren zwischen Möckmühl und Osterburken Ersatzbusse. Die Bahn empfiehlt zwischen Stuttgart und Möckmühl die Linie RE 18 von Abellio. Auf der Linie RB 14a/b Stuttgart–Rottweil/Freudenstadt fahren zwischen Böblingen und Stuttgart keine Züge. Die Regionalzüge enden zum Teil in Eutingen. Von dort aus pendeln Busse nach Freudenstadt. Die Linie RE 17b (Stuttgart–Bietigheim–Vaihingen (Enz)–Bretten–Heidelberg) von Abellio endet und beginnt in Bietigheim-Bissingen. Dort kann man auf die S 5 und auf Regionalzüge umsteigen. Die Züge der RB 19 (Stuttgart–Backnang–Schwäbisch Hall-Hessental) starten und enden in Backnang. Als Ersatz sorgt die S 23 für die Anbindung der Landeshauptstadt.
Wer als Abokunde im Verkehrsverbund Stuttgart unterwegs ist, kann sein Ticket während der Sperrung der Stammstrecke überwiegend eine halbe Stunde früher nutzen. Das 9-Uhr-Ticket und das 14-Uhr-Junior-Ticket gelten demnach von 8.30 Uhr an. Der Studierendenausweis gilt ab 17.30 Uhr als VVS-Ticket. Die unentgeltliche Mitnahmeregelung beim Ticket-Plus beginnt montags bis freitags von 18.30 Uhr an, am Freitag wird die netzweite Gültigkeit auf 18.30 Uhr vorgezogen. Wer sein Rad mitnimmt, braucht ein Kinderticket von Montag bis Freitag noch von 6 bis 8.30 Uhr.