S-Bahn in Stuttgart Initiative „S-Bahn-Chaos“ teilt aus

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Die neue Fahrgastinitiative für die S-Bahn ist am Montag zum ersten Mal öffentlich aufgetreten. Sie verteilte eine Zeitschrift, die nach Ursachen für die S-Bahn-Krise sucht. Auf der Internetseite der Initiative haben sich bereits genervte S-Bah-Nutzer gemeldet.

Klartext zum Reizthema S-Bahn hat es am Montag auf vielen   Bahnsteigen in der Region Stuttgart gegeben. Foto: Foto: factum-WEISE
Klartext zum Reizthema S-Bahn hat es am Montag auf vielen Bahnsteigen in der Region Stuttgart gegeben. Foto:

Stuttgart - Auch am Montag ist es wieder zu Verspätungen bei der S-Bahn gekommen, erklärt eine Initiative, die sich mit der Misere des S-Bahn-Betriebs befasst. Einige Züge seien im Berufsverkehr bis zu 15 Minuten zu spät unterwegs gewesen. Und das just am Tag, an dem die neue Fahrgastinitiative erstmals öffentlich aufgetreten ist. An vielen S-Bahn-Stationen in der Region wurde ein Sonderdruck der Schweizer Fachzeitschrift „Eisen­bahn Revue International“ verteilt. In dem Artikel sucht der Autor Ursachen für die Krise des S-Bahn-Systems in der Region.

„Unsere Kampagne an den S-Bahn-Stationen am Montagmorgen war durchweg positiv“, erklärte Marc Braun, der Sprecher der Initiative S-Bahn-Chaos. Der Sonderdruck sei gern genommen worden, man habe bereits die Hälfte der 20 000 Exemplare verteilt. „Mir gegenüber wurde öfter geäußert, dass die Information der Fahrgäste über Verspätungen durch den VVS katastrophal ist“, erklärte Braun, der auch bei der Verteilaktion dabei war. Viele Pendler glaubten nicht mehr daran, dass sich die Verantwortlichen wirklich um die S-Bahn-Probleme kümmerten.

Auf der Internetseite der Initiative gibt es bereits erste Reaktionen. „S-Bahn-Störungen und Verspätungen wie die Staus auf Straßen im Radio melden“, schlägt eine S-Bahn-Fahrerin vor. „Dann hätten die Sender kaum noch Zeit für Musik.“ Mit der Verteilaktion ärgere man nur das Fahrpersonal, meint hingegen ein anderer Pendler. Für die katastrophale Infrastruktur sei in erster Linie DB Netz verantwortlich. Eine neue Signaltechnik für die Stammstrecke koste mehr als 100 Millionen Euro. Es sei allerdings mehr als zweifelhaft, ob Politiker aus der Region Stuttgart dieses Geld über eine erheblich höhere Kreisumlage aufbringen wollten.




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