S-Bahn Nach einem Schwelbrand stehen die S-Bahnen still

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Ein kaputter Schalter hat dazu geführt, dass für etwa eine Stunde keine S-Bahn vom Hauptbahnhof Richtung Stadtmitte fahren konnte.

Der Totalausfall des Tunnels wurde durch einen Schaden an einem Lasttrennschalter an der Oberleitung verursacht. Foto: Achim Zweygarth
Der Totalausfall des Tunnels wurde durch einen Schaden an einem Lasttrennschalter an der Oberleitung verursacht. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Menschen am Hauptbahnhof nahmen es gelassen hin. Von circa 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr konnte keine S-Bahn den Tunnel vom Hauptbahnhof Richtung Stadtmitte passieren. Zuvor war Rauch im Tunnel gemeldet worden. Die Feuerwehr rückte mit zwei Einsatzfahrzeugen an. Allerdings hatte sich der Qualm schon von selbst verflüchtigt, als die Löschkräfte eintrafen. Auf den Bahnsteigen seien zwar deutlich mehr Menschen gewesen als üblich, erzählt ein Fahrgast, doch der Unmut der Wartenden habe sich in Grenzen gehalten. „Laut geschimpft hat niemand auf die Bahn, weil eine Stunde lang nichts mehr ging.“

Oberirdische Umleitung

Dass nichts mehr ging, weist die Deutsche Bahn allerdings entschieden zurück. Das Notfallkonzept für Störfälle habe hervorragend funktioniert, sagt ein Sprecher. Die Bahn hat die S 1 und die S 2 während der Sperrung oberirdisch umgeleitet. „Insgesamt konnten alle Ziele erreicht werden, allerdings mit einem gewissen Zeitverlust“, sagt der Bahn-Sprecher. Umsteigen musste zum Beispiel, wer von Backnang mit der S 3 an den Stuttgarter Flughafen fahren wollte. Er musste in Bad Cannstatt in die S 2 wechseln. Auch auf den anderen S-Bahn-Strecken kam es zu Abweichungen. Lautsprecheransagen informierten die Kunden. Die Bahn bedauert die Umstände vieler Fahrgäste. Sie können aber nicht auf eine finanzielle Entschädigung hoffen. „Niemand musste ja länger als eine Stunde warten“, sagt der Bahn-Sprecher.

Schwelbrand in der Tunnelröhre

Der Totalausfall des Tunnels wurde durch einen Schaden an einem Lasttrennschalter an der Oberleitung verursacht. „Dabei hat es angefangen zu qualmen“, sagt Michael Glöckler, der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Stuttgart. Genauere Angaben, wie es zu dem Defekt kam, kann er nicht machen. Entgegen anfänglicher Vermutungen sei aber keine Taube für den Schwelbrand verantwortlich. „Der Schalter steckt in einem Gehäuse. Da kommt kein Tier ran.“ Die Bahn sieht in der technischen Störung einen Ausnahmefall. „Wir haben eine Pünktlichkeitsquote von nahezu 98 Prozent“, sagt der Bahn-Sprecher. Der Auftraggeber der Bahn, der Verband Region Stuttgart, sieht es ähnlich: „Was die Zuverlässigkeit der S-Bahn Stuttgart betrifft, so belegt sie bei der Pünktlichkeit im bundesweiten Vergleich regelmäßig einen Spitzenplatz“, sagt die Sprecherin Dorothee Lang. Sie hob hervor, wie wichtig es sei, dass die Bahn bei einem Störfall den Verkehr mit einem Notfallplan am Laufen halten kann. „Schließlich nutzen um die 340 000 Fahrgäste täglich die S-Bahn.“

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