S-Bahn Stuttgart Jeder zweite Werktag im November ein Ärgernis

Bei der S-Bahn ziehen sich die Verspätungen zurzeit durch den täglichen Betrieb. Foto: imago//Arnulf Hettrich

Im November läuft es bei der Stuttgarter S-Bahn gar nicht rund. Am Mittwoch wurde der nächste „Chaostag“ mit mehreren Verspätungswellen verzeichnet. Wie Fahrgäste reagieren können.

Digital Desk: Jan Georg Plavec (jgp)

Nach einem turbulenten Dienstag mussten Fahrgäste der Stuttgarter S-Bahn auch am Mittwoch mit massiven Einschränkungen leben. In drei größeren Wellen häuften die Züge im Netz Verspätungen an. Im morgendlichen Berufsverkehr, vor allem aber mittags und in den Abendstunden war zeitweise fast jeder zweite Zug um sechs Minuten und mehr zu spät.

 

Über den gesamten Tag lag der Anteil der deutlich verspäteten Züge bei knapp einem Viertel, wie unsere Auswertung von Daten des Portals „S-Bahn-Chaos“ zeigt. Damit steigt die Zahl der „Chaostage“ im laufenden Jahr auf 22. Allein neun davon liegen (bislang) im November. Damit ist in diesem Monat jeder zweite Werktag ein „Chaostag“. Darunter verstehen wir Tage, an denen im Schnitt mindestens jede fünfte S-Bahn mit einer deutlichen Verspätung von sechs Minuten oder mehr unterwegs ist.

Am Mittwoch meldete die S-Bahn Stuttgart via X, vormals Twitter, einen Personenunfall auf der Linie S1 im Bereich zwischen Kirchheim/Teck und Wendlingen im Kreis Esslingen, zudem einen Rettungseinsatz im Gleis zwischen Ludwigsburg und Bietigheim. Für beides kann die Bahn nichts, anders als für die technisch bedingten Störungen am Dienstag.

Ein ganz normaler Donnerstag?

Am Donnerstag wurde im morgendlichen Berufsverkehr zunächst keine größere Störung gemeldet. Allerdings war während der Hauptzeit gegen 8:30 Uhr wieder mehr als jeder dritte Zug um sechs Minuten oder mehr zu spät.

Das ist kein ungewöhnlicher Wert. Die Bahn verweist regelmäßig darauf, dass bei voll besetzten Zügen die im Fahrplan vorgesehene Zeit zum Ein- und Aussteigen zu knapp bemessen ist. Auch Verzögerungen von wenigen Sekunden bauen sich im dichten 15-Minuten-Takt rasch zu deutlichen Verspätungen bei den nachfolgenden Zügen auf – vor allem auf der Stammstrecke, die alle Linien passieren müssen. Man sieht das deutlich in Verspätungskurven wie jener weiter oben im Beitrag.

Besserung werde erst die von 2025 an versprochene digitale Steuerung der Züge bringen, erklärt die S-Bahn regelmäßig. Bis dahin bleibt Bahnkunden nur, möglichst die Zeit zwischen 7:30 und 9 Uhr zu meiden. In diesem Zeitfenster kommt die Bahn besonders häufig zu spät. Nachmittags sinkt die Pünktlichkeit in der Langzeitanalyse regelmäßig ab; hier gibt es keine ideale Fahrzeit.

Die Verspätungen verteilen sich übrigens nicht gleichmäßig übers Jahr. Schon vor dem schlimmen Herbst 2023 war die S-Bahn üblicherweise im Oktober und November sowie im Juli deutlich unpünktlicher als im Frühjahr und im Ferienmonat August.

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