S-Bahn Stuttgart Sie wird Stuttgarts neue S-Bahnchefin
Wechsel an der Spitze der krisengeplagten S-Bahn Stuttgart: Chef Matthias Glaub geht nach weniger als zwei Jahren. Nina Hutwagner übernimmt – und steht vor großen Herausforderungen.
Wechsel an der Spitze der krisengeplagten S-Bahn Stuttgart: Chef Matthias Glaub geht nach weniger als zwei Jahren. Nina Hutwagner übernimmt – und steht vor großen Herausforderungen.
Wechsel an der Spitze der krisengeplagten Stuttgarter S-Bahn: Nach nicht einmal zwei Jahren im Amt kehrt der bisherige Vorsitzende der S-Bahn-Geschäftsleitung, Matthias Glaub, Stuttgart wieder den Rücken. Seine Nachfolgerin wird Nina Hutwagner. Damit bestätigt die Deutsche Bahn einen Bericht unserer Redaktion über die bevorstehende Personalrochade.
Beim Verband Region Stuttgart (VRS), der als sogenannter Aufgabenträger den S-Bahnverkehr bestellt und bezahlt, beobachtet man die Veränderung aufmerksam. „Der Wechsel an der Spitze der S-Bahn Stuttgart kommt zu einem Zeitpunkt, an dem wir weiterhin vor großen Herausforderungen stehen. Umso mehr bedauern wir, dass Matthias Glaub die Leitung der S-Bahn Stuttgart verlässt“, sagt Regionalpräsident Rainer Wieland (CDU). Das S-Bahnnetz in der Region ist seit Jahren von Mängeln geprägt. Häufige Verspätungen, ausfallende Züge oder Ersatzbusse, die wegen gesperrter Bahnstrecken statt der Züge im Einsatz sind, zehren an den Nerven der Fahrgäste.
Die enormen Herausforderungen, vor denen die S-Bahn Stuttgart steht, unterstreicht auch Regionaldirektor Alexander Lahl. „Umso wichtiger ist es, dass wir die konstruktive Zusammenarbeit fortsetzen. Wir bieten Frau Hutwagner unsere volle Unterstützung an, um die S-Bahn im Sinne der Fahrgäste weiterzuentwickeln.“ Parallel zur Bewältigung der S-Bahnmisere bereitet der Verband Region Stuttgart aktuell einen neuen Vertrag für den Betrieb des 215 Kilometer langen Nahverkehrsnetzes vor. Der aktuelle Kontrakt, der die Deutsche Bahn mit der Durchführung des Verkehrs betraut, läuft noch bis 2032. Über das weitere Vorgehen in der Ausschreibung berät die Regionalversammlung am 25. März.
Bereits kommende Woche soll Nina Hutwagner zum Antrittsbesuch beim VRS vorbeischauen. Zu besprechen dürfte es eine ganze Menge geben, noch ehe die Bahnmanagerin ihren Posten in Stuttgart zum 1. Mai antritt. Hutwagner arbeitet seit 15 Jahren bei der Deutschen Bahn. Sie ist derzeit bei der DB-Fernverkehrstochter als Leiterin Fahrplan und Verkehrsleitung in Frankfurt am Main tätig. „Durch die Vorreiterrolle des Fernverkehrs beim Einsatz von ETCS auf den Schnellfahrstrecken verfügt die neue S-Bahn-Chefin zudem über umfassende Expertise für die anstehende Umstellung auf den Digitalen Knoten Stuttgart (DKS)“, heißt es in einer Mitteilung der Bahn.
Mit Inbetriebnahme von Stuttgart 21 soll ein Teil des Stuttgarter S-Bahnnetzes mit der neuen digitalen Leit- und Sicherheitstechnik ETCS gesteuert werden. Dabei regeln nicht mehr Signale am Rand der Strecke die Fahrten. Stattdessen werden die relevanten Daten auf eine Anzeige in den Führerstand der Fahrzeuge übermittelt. Dafür müssen die Züge aufwendig umgerüstet werden. Dieser Prozess läuft derzeit, mit bereits umgebauten Bahnen testet die DB die Technik bei nächtlichen Erprobungsfahrten auf der Schnellfahrtstrecke Wendlingen-Ulm.