S-Bahn Stuttgart Störung behindert Schienenverkehr bis zum Morgen

Von brb 

Weil bei S21-Bauarbeiten ein Bagger im Bereich des Nordbahnhofs ein Kabel durchtrennt, bricht der S-Bahn-Verkehr am Montag fast zusammen. Es kommt zu Ausfällen und teils erheblichen Verspätungen, von denen 277 Züge betroffen sind - erst am Dienstagmorgen fahren alle S-Bahnen wieder pünktlich.

Wenn sie kam, war sie extrem voll: Der S-Bahn-Verkehr in Stuttgart ist nach einem Baggerunfall am Montag und einer anschließenden Signalstörung fast kollabiert.  Foto: dpa/Symbolbild
Wenn sie kam, war sie extrem voll: Der S-Bahn-Verkehr in Stuttgart ist nach einem Baggerunfall am Montag und einer anschließenden Signalstörung fast kollabiert. Foto: dpa/Symbolbild

Weil bei S21-Bauarbeiten ein Bagger im Bereich des Nordbahnhofs ein Kabel durchtrennt, bricht der S-Bahn-Verkehr am Montag fast zusammen. Es kommt zu Ausfällen und teils erheblichen Verspätungen, von denen 277 Züge betroffen sind - erst am Dienstagmorgen fahren alle S-Bahnen wieder pünktlich.

Stuttgart - Am Nordbahnhof in Stuttgart-Nord ist es am Montagnachmittag zu einer Signalstörung gekommen, die im Schienenverkehr in der Landeshauptstadt ein regelrechtes Chaos ausgelöst hat. Betroffen waren die S-Bahn-Linien S4, S5, S6, S60 sowie die Regionalbahnen R4 und R5.

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte, hatte sich der Verkehr erst am Dienstag um 8.51 Uhr wieder normalisiert. Ursache für die Störung war ein durchtrenntes Kabel, das erst gegen 1 Uhr vollständig repariert werden konnte.

Arbeiter durchtrennen Kabel

Die Signalstörung trat am Montag um 16.30 Uhr im Bereich des Nordbahnhofs auf, nachdem das Kabel von einem Bagger durchtrennt worden war. Die dortige Fläche, auf der zurzeit Arbeiter im Rahmen des Bauprojektes Stuttgart 21 am Werk sind, wird laut dem Bahn-Sprecher zukünftig dazu dienen, den Aushub der Baugruben zu verladen.

Infolge des Kabelschadens fiel das Signal aus, das den nachfolgenden S-Bahn-Führern anzeigt, dass ein Streckenabschnitt zur Einfahrt frei ist. Somit mussten sämtliche S- und Regionalbahnen, die über diesen Streckenabschnitt fahren, mit Hilfe eines sogenannten Rückmeldeverfahrens dirigiert werden.

Verspätungen durch Rückmeldeverfahren

Die Fahrdienstleiter an den Bahnhöfen mussten den einzelnen Lokführern erst eine Erlaubnis zur Einfahrt erteilen, sobald der betreffende Abschnitt frei war, so der Bahn-Sprecher. Die Lokführer mussten die Anweisung dann wiederholen und konnten erst dann mit angepasster Geschwindigkeit in die Bahnhöfe einfahren.

Dadurch kam es zu erheblichen Verspätungen auf den Linien S4, S5, S6, S60 und bei den Regionalbahnen R4 und R5. Einige Züge mussten wieder an ihren Ausgangsbahnhof zurückkehren und fielen komplett aus. Viele Pendler mussten lange in der Kälte auf ihre Bahnen warten. Insgesamt waren von der Störung laut dem Bahn-Sprecher 277 Züge betroffen.

Rückerstattungen des Ticketpreises

Bei Einzelfahrscheinen gilt für Rückerstattungen des Kaufpreises folgende Politik der Deutschen Bahn: Bei einer Verspätung von einer Stunde bis zwei Stunden erhalten Fahrgäste ein Viertel des Ticketpreises zurück, bei Verspätungen von zwei Stunden oder mehr die Hälfte. Bei Fahrkarten für die Hin- und Rückfahrt wird die Entschädigung auf der Grundlage des halben entrichteten Fahrpreises berechnet.

Fahrgäste, die ihr Geld erstattet bekommen wollen, sollten in ein Service-Center der Deutschen Bahn gehen und das Ticket vorzeigen. Bei Zeitkarten sollten sich die Fahrgäste an den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) wenden, so der Bahn-Sprecher. Der VVS ist unter der Telefonnummer 0711/6606-2313 zu erreichen.

Viele Fahrgäste machten ihrem Ärger via Twitter Luft - hier eine Auswahl:

  

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