S-Nord 150 Gärtner lassen die Stadt aufblühen

Von Eva Funke 

Bis Ostern müssen im Höhenpark Killesberg die Teiche geputzt und die Liegestühle raus gestellt sein.

Volker Schiner (oben) freut sich, dass seine Leute anpacken und die  Seen im Höhenpark putzen (Mitte), während Groß und Klein den Park bereits genießen. Foto: Eva Funke
Volker Schiner (oben) freut sich, dass seine Leute anpacken und die Seen im Höhenpark putzen (Mitte), während Groß und Klein den Park bereits genießen. Foto: Eva Funke

Stuttgart - Das Thermometer steht längst auf Frühling. Auch kommende Woche sollen die Temperaturen nach Angaben des Deutschem Wetterdienstes in der Landeshauptstadt bei um die 20 Grad liegen. Weil es bis bis Ostern nur noch wenige Tage sind, müssen die Leute vom städtischen Garten-, Friedhofs- und Forstamts jetzt Gas geben, damit die Stuttgarter Parks und Grünanlagen bis zu diesem Termin richtig aufblühen.

Mit rund 40 Hektar ist der Höhenpark Killesberg im Stuttgarter Norden Stuttgarts größte städtische Grünanlage. Nur der Schlossgarten ist mit 60 Hektar größer, aber der ist im Besitz des Landes. Von den 150 Gärtnerinnen und Gärtnern, die die stadteigenen Anlagen erblühen lassen, sind allein 25 Frauen und Männer nur für den Killesberg zuständig. „Unterstützt werden sie noch von Fremdfirmen sowie von sozialen Unternehmen“, sagt Volker Schirner, der Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts.

Die Neue Arbeit ist derzeit mit einer fünfköpfigen Truppe im Höhenpark unterwegs und macht die Terrassen- und Flamingoseen fit für Ostern. „Zunächst wird das Wasser abgelassen. Dann werden die Becken kräftig geschrubbt. Der Dreck fließt natürlich nicht ins Grundwasser, sondern wird rausgefiltert und kompostiert“, sagt Anton Hirmke, Teamleiter bei der Neuen Arbeit. Wenn das Wetter mitmacht, sollen alle fünf Seen bis Ostern wieder Wasser führen: „Das sind pro See mehr als 1000 Kubikmeter und insgesamt 5500 Kubikmeter oder 5,5 Millionen Liter Wasser, die erst abfließen und dann wieder eingelassen werden.

Auf den Wiesen setzen gelber Löwenzahn und weiße Gänseblümchen undiszipliniert bunte Farbtupfer ins Grün. Obstbäume blühen bereits oder sind kurz davor, ebenso wie Osterglocken, Tulpen, Hyazinthen. Im gesamten Stadtgebiet haben die Gärtner bereits im Herbst 600 000 Zwiebeln und Knollen gesetzt, damit sich Stuttgart zum Frühlingsstart von seiner bunten Seite zeigt. 150 000 Frühlings- und Sommerblüher plus weitere 60 000 Herbstblüher wurden im Höhenpark Killesberg gesetzt. Im Winter erledigt wurde der Baum- und Strauchschnitt: „Dabei geht es um die Pflege der Gehölze und um die Verkehrssicherheit“, sagt Schirner.

Bis Mitte mai kann es noch Frost geben

Da Experten bis zu den Eisheiligen zwischen dem 11. bis 15. Mai immer noch mit Frost rechnen, wird im Moment nicht gepflanzt. In den Blumenbeeten gearbeitet wird aber trotzdem: Schirner: „Die Mitarbeiter lockern die Erde auf und ziehen die unerwünschte Pflanzen raus.“ Unerwünscht, weil sie die Beete überwuchern und dadurch die Ideen der Gärtner zunichte machen. „Die lassen sich, was die Farbkompositionen angeht, jedes Jahr etwas Neues einfallen und haben dabei freie Hand“, stellt Schirner fest. Das heißt: Die Form der Beete bleibt, aber die Bepflanzung wechselt. Ein neu angelegtes Beet schluckt etwa 100 Liter Wasser pro Woche“, sagt Schirner. Bis Ostern sollen, sofern das Wetter weiter mitmacht, die rund 50 Liegestühle aus dem Magazin geholt und beim Tal der Rosen aufgestellt werden.

Nicht nur die Gärtner haben alle Hände voll zu tun: Bei Eliszis wird geschraubt und gehämmert. „Schiffschaukel, Kasperletheater und die Bühne für Kinder-und Erwachsenstücke sind schon einsatzbereit“, sagt der Chef Uwe Kirchner. Am Karfreitag, 16 Uhr, stehen für Kinder der Zauberer Hurilafuri und der kleine, weiße Hase auf der Bühne, und um 20 Uhr gibt es den „Poetry Slam“ der Wortakrobaten für Erwachsene.

Wie das Wetter an Ostern wird, lässt sich laut Sarah Jäger vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart noch nicht sagen, doch bis Gründonnerstag bleibt alles im grünen Bereich.

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