S-Süd Flüchtlingsunterkunft schließt Flüchtlingsunterkunft schließt

Von (kay) 

Im Laufe des Frühjahrs leert sich das Heim in der Schickhardtstraße. Die Bewohner finden entweder eine private Wohnung auf dem Mietmarkt oder sie werden in eine andere Unterkunft umquartiert. Die SWSG wird anschließend Gebäude sanieren.

Das Sozialamt setzt eher auf die soziale Durchmischung Foto: picture alliance / Alvise Armell
Das Sozialamt setzt eher auf die soziale Durchmischung Foto: picture alliance / Alvise Armell

S-Süd - Die Flüchtlingsunterkunft in der Schickhardtstraße wird schließen. Eigentlich sollte der Auszug schon längst über die Bühne sein. Weil aber die Situation noch immer angespannt ist, und man nicht weiß, wohin mit den Leuten, wurde der Auszugstermin um ein halbes Jahr auf April 2020 verschoben. Die Familien sollen während der Osterferien umziehen können. Anschließend will die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG), der das Gebäude gehört, sanieren.

Keine Alternativen zur Unterkunft Böblinger Straße

Die Unterkunft in der Böblinger Straße indes bleibt dem Süden erhalten. Ausgelegt für ursprünglich 119 Personen, leben heute noch 99 dort. Die Verhältnisse sind dennoch beengt, Gemeinschaftsraum ist rar. Für die 39 Kinder und Jugendlichen in der Unterkunft gibt es gerade mal ein Spielzimmer für die ganz Kleinen und eines für die übrigen Kinder. Das ist nicht optimal, Marco-Oliver Luz, der beim Sozialamt für die Geflüchteten zuständig ist, weiß das. „Aber es gibt keine Alternativen zur Böblinger Straße. Ich hätte im Sommer nicht gewusst, wo ich die Leute sonst hätte unterbringen sollen.“

Immerhin sei die Mischung von Familien und Alleinstehenden in dieser Unterkunft günstig fürs soziale Klima, sagte Luz, was auf den Widerspruch einiger Bezirksbeiräte im Süden stieß, in deren Sitzung er über die Unterkünfte referierte. Die SPD-Rätin Marion Eisele berichtete, dass es Klagen gäbe über Lärm zu später Stunde und, dass Jugendliche kaum Ruhe fänden für ihre Schulaufgaben.

Weniger Enge sorgt für Entspannung

Luz sieht eher die Vorzüge des Standortes Böblinger Straße: „Mit den sieben Quadratmetern haben wir eine gute Lösung gefunden.“ Seit vergangenem Jahr gilt, dass jedem Geflüchteten dieses Minimum an Wohnraum zugebilligt werden soll. In der Folge wurden etwa 3er- zu 2er-Zimmern, und weniger Leute teilen sich nun Küche und Bad. „Das sorgt für Entspannung.“ Von Nachbarn in der Böblinger Straße höre er keine Klagen, so Luz. Die Bewohner selbst seien vergleichsweise zufrieden: „Ich möchte nichts schön reden. Aber die meisten sehen die Anbindung an die Innenstadt und die Einkaufsmöglichkeiten als sehr positiv an.“ Allerdings räumt Luz ein, dass die pädagogische Betreuung im Haus nicht funktioniert. „Wir sind aber dran.“

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