S-Süd Kegeln in Kaltental Kugeln rasen über gepresstes Papier

Von Götz Schultheiss 

Die Sportkegler im VfL freuen sich auf ihre neue Bahn. Damit entfällt für sie ein Wettkampfnachteil.

Norbert Walter (links) und der Kegelbahn-Experte  Uwe Moß Foto: Götz Schultheiss
Norbert Walter (links) und der Kegelbahn-Experte Uwe Moß Foto: Götz Schultheiss

S-Süd - Die Kegelbahn für die Sportkegler des VfL Kaltental haben bald ihre neue Anlage. Das Projekt, das inklusive der Sanierung des Vereinsheims im Kohlhau 281 000 Euro kostet, bietet den Sportlern eine angemessene Trainingsmöglichkeit, schließlich spielen sie in der Verbandsliga Württemberg, der dritthöchsten Liga in Deutschland.

Elektronischer Support

„Nächste Woche ist die Anlage fertig“, sagt Norbert Walter, der Abteilungsleiter Kegeln im VfL Kaltental. Bis dahin verleiht ein dreiköpfiger Montage-Trupp der Funk-Gruppe der Anlage den letzten Schliff. „Wir bauen Kegelbahnen, Bowling-Anlagen und Schießanlagen“, sagt der Werksvertreter Uwe Moß. Die Anlage brauche vier Bahnen. „Das ist der Liga angemessen, in der die Kaltentaler Sportkegler spielen. Zwei Bahnen wären zu wenig“, sagt er. „Weil jeder unserer Spieler 120 Würfe mit einer etwa 2,8 Kilogramm schweren Kugel macht, würde der Wettkampf auf zwei Bahnen zu lange dauern“, erläutert Norbert Walter. Wichtig für die Kegler ist natürlich auch die vom Computer gesteuerte Elektronik, die nicht nur dazu dient, die im Idealfall gestürzten neun Kegel aufzustellen. Man braucht sie auch, damit die Wettkämpfer ihre Ergebnisse von einem Bildschirm ablesen können.

Die Bahnen, auf denen die Kugeln rollen, sehen aus wie aus Holz. Das ist aber eine Täuschung. „Sie sind aus Papier, das in Kunstharz eingelegt und unter hohem Druck gepresst wird. Die einen Zentimeter dicken Platten bestehen aus vielen Lagen“, sagt Uwe Moß. Die Platten liegen auf einem Gerüst aus Querlatten, auf denen wiederum Pressspanplatten verlegt wurden. „Bei der alten Bahn hatte man für die Grundierung Asphalt und Kunststoff benutzt“, sagt Moß. Der 56-Jährige hat sein Hobby zum Beruf gemacht. „Ich habe Kfz-Mechaniker gelernt, dann bin ich zur Bundeswehr. Mit Kegeln bin ich aufgewachsen, weil es im elterlichen Gasthaus eine Kegelbahn gab; deshalb habe ich mich nach meiner Dienstzeit 1991 beim Hersteller beworben“, sagt er. Alle Handwerker im Montage-Team seien Kegler: „Die wissen genau, worauf sie achten müssen.“

Schneller Spielen

Für die Sportkegler ist der neue Belag notwendig, aber auch eine Herausforderung. „Fast alle modernen Kegelbahnen haben ihn. Deshalb war es für uns ein Nachteil, dass wir auf dem alten Belag trainieren mussten“, sagt Norbert Walter. Die Kugeln auf der neuen Bahn „muss man mit mehr Geschwindigkeit spielen, damit sie keinen Drall mitnehmen“. Einfluss auf die Geschwindigkeit der Kugel habe man durch das Wachsen der Bahn.

Obwohl der Verein sehr viel in Eigenleistung erbracht hat, muss sich die neue Kegelanlage auch lohnen. Deshalb dürfen auch Hobbykegler sie benutzen. Sie spielen dann mit den Kugeln der Sportler. „Früher hatten wir andere Kugeln für die Hobby-Spieler, aber diese Kugeln kommen mir nicht auf die neue Anlage“, sagt Norbert Walter. Am 11. August werden die Sportkegler ihre neue Anlage eröffnen: durch einen Wettkampf mit Keglern aus Schretzheim bei Ellwangen. „Wir spielen dann auf einer der modernsten Bahnen in Süddeutschland“, sagt Norbert Walter erfreut.

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