S-Süd Südheimer Platz fast familiär

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Das Quartier entfacht wieder sein Südfeuer. Die Initiative hinter dem Fest am Südheimer Platz ist ein Erfolgsmodell, sie führt Menschen zusammen und belebt den Platz. Ebendort hätte man jetzt nur noch gerne ein paar richtige Toiletten.

Stockbrote wird das Jugendhaus auch beim diesjährigen Südfeuer brutzeln. Foto: Tatjana Eberhardt
Stockbrote wird das Jugendhaus auch beim diesjährigen Südfeuer brutzeln. Foto: Tatjana Eberhardt

S-Süd - Am Freitag kommender Woche lodert wieder das Südfeuer. Das Fest auf dem Südheimer Platz ist das wohl sichtbarste und lauteste Zeichen der Initiative Heslach im Blick. Sie will Nachbarn zusammenbringen, den Südheimer Platz beleben, Kulturen und Generationen verbinden. Seit sieben Jahren wird die Initiative durch unterschiedliche Leuten im Stadtteil belebt. Nur eine war immer dabei: Ursula Karle vom städtischen Bürgerservice Leben im Alter. „Heslach im Blick ist ein lockerer Zusammenschluss engagierter Bürger. Das gibt es keine feste Bezugsperson.“ Karle übernahm den Job als ständige Ansprechpartnerin, organisierte Räume, schrieb Protokolle, moderierte das Geschehen. Heslach im Blick war Karles Ziehkind und sie schwärmt von „extrem engagierten Bürgern, denen ihr Lebensraum am Herzen liegt“. Nun verabschiedet sich die städtische Angestellte in den Ruhestand.

Unter den Fittichen des IB

Es ist großes Glück, dass sich sofort jemand fand, der den Staffelstab entgegennahm: Daniel Link vom Internationalen Bund (IB) wird Karles Arbeit fortführen. Der Sozialarbeiter hatte in der Vergangenheit viele Berührungspunkte mit Heslach im Blick – sowohl beruflich als auch privat. Beim IB ist er mit dem Stadtteilprojekt Kugel betraut, und sein Plan ist es, die Fittiche weiter zu spreizen, sodass sie über den Marienplatz hinweg bis tief in den Süden reichen und künftig auch noch Heslach im Blick abdecken. Die Initiative habe bislang ganze Arbeit geleistet: „Sie hat Leute zusammengebracht und den Südheimer Platz belebt.“ Sie hat erreicht, dass dort ein Stromanschluss gelegt wurde. Jetzt fehlt nur noch eine Toilette am Platz. Bislang müssen für Veranstaltungen mobile Toiletten gemietet werden. Ein entsprechende Haushaltsantrag ist formuliert und wird im Gemeinderat beraten werden. Ist das Klo erst mal da, wäre auch ein Kiosk am Platz möglich. Die Leute wünschen sich das, wie vor längerem eine Umfrage in Heslach ergeben hatte.

Immer wieder docken bei Heslach im Blick neue Leute an, bringen Ideen ein, sagt Link. Neu in diesem Jahr war die Pflanzentauschbörse, die einige Anwohner des Platzes angestoßen hatten. Das kam gut an, das wird es wieder geben, ist Link überzeugt. Die engagierten Bürger bringen bei solchen Aktionen auch ihre Fertigkeiten ein, wie der Schreiner, der den Bau von Hochbeeten anleitete oder die Yogalehrerin, die sonntags auf dem Platz eine Stunde gibt.

Sie wünscht, Rocker spielen

Zu den etablierten Aktionen gehören der Flohmarkt, das Open-Air-Kino und gewissermaßen als Top-Act des Jahres das Stadtteilfest Südfeuer, das dieses Jahr am Freitag, 20. September, steigt. Auf der Bühne stehen in diesem Jahr die Heslacher-Altrocker El Zechos. Die hat sich Ursula Karle zum Abschied gewünscht. „Ich kenne die Band seit 30 Jahren. Sie covern die Stones, Udo Lindenberg, solche Sachen.“ Das Fest mit Ständen verschiedener Gruppen und Initiativen, Gastro und Kinderprogramm beginnt um 15 Uhr und dauert bis in den späten Abend.

Seit vergangenen Jahr spielt auch der SV Heslach auf dem Südheimer Platz mit: Am Samstag, 21. September lädt er wieder Kinder und Jugendliche von 14 bis 18 Uhr zu Sport und Spielen mit dem Ball. Außerdem bitten die Schachfreunde Süd ans große Brett auf dem Platz.

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