Saarland Schmitt hat eine Vermutung

Von Volker Hildisch 

Denn dieser Tage verschickte ein bisher Unbekannter unter dem Namen "Rumpelstilzchen" eine anonyme Mail an 369 Adressaten. Darin wird Schmitt bezichtigt, seit Anfang 2010 "enge Beziehungen zur rechtsextremen Szene" zu unterhalten. Als Beleg wird auf Fotos und Begegnungen von Schmitt mit Rohrböck verwiesen. Rohrböck sei aber nicht nur FDP-Mitglied, sondern auch Pressesprecher der rechten Splitterbewegung Aufbruch 21 - Die Freiheitlichen gewesen und habe enge Beziehungen zum verstorbenen österreichischen FPÖ-Chef Jörg Haider gehabt. Über Rohrböck sei Schmitt auch mit Toni Xaver Fiedler in Kontakt gekommen - der war Beisitzer im Bundesvorstand der rechtsextremen "Republikaner" und wechselte nach Querelen in die ebenfalls rechtsextreme Deutsche Volksunion (DVU). Beide findet man im Impressum der Internetplattform "frei.gesagt", die mit dem Slogan wirbt: "Der Freiheit die Ehre".

Der junge FDP-Fraktionsvorsitzende Schmitt ist entsetzt über diese Vorwürfe. Rohrböck habe er kennengelernt, weil der nach der Bildung der Jamaikakoalition im Saarland um ein Interview gebeten habe. Später sei er ins Saarland gezogen und habe einige neue Mitglieder geworben. Fiedler, den er vorher überhaupt nicht gekannt habe, sei von Rohrböck zu dem Interview mitgebracht worden, zu dem auch Fotos gemacht worden seien. Schmitt reimt sich die Geschichte im Nachhinein so zusammen, dass man versucht habe, ihn bewusst in eine Falle zu locken, um ihn - falls es auch noch zu Fotos von dem Monopoly-Spielabend gekommen wäre - in der Hand zu haben. Er hat wegen der E-Mail Strafanzeige gegen unbekannt gestellt.

Krämer ist erst mal ins Ausland abgetaucht

Aber offenbar hat Schmitt eine Vermutung. Zwischen den Zeilen hört man, dass eben jener Stefan Krämer, der mit dem NPD-Vorsitzenden am Spieltisch saß, hinter der Attacke auf ihn stecken könnte. Das glauben auch andere Liberale. Krämer wurde Ende Mai überraschend zum Vorsitzenden im FDP-Kreisverband Saar-Pfalz gewählt, zu dem auch Schmitts Ortsverband gehört. Schmitt hatte sich öffentlich gegen Krämer ausgesprochen. Denn es hatte sich herumgesprochen, dass Krämer seine akademischen Titel, die er so gerne vor sich hertrug, gar nicht führen durfte. Er hatte in der Slowakei nur den "kleinen" Doktorgrad PhDr erworben. Die Deutsch-Arabische Gesellschaft drängte ihn daraufhin aus dem Vorstand, der Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte warf ihn wegen "akademischer Hochstapelei" raus. Dagegen klagte Krämer erfolgreich. Doch der Verband geht in Berufung.

Krämer wiederum, und da schließt sich der Kreis, hat alte Kontakte zu Rohrböck und seiner Internetplattform "frei.gesagt". Krämers schrieb darin neben dem NPD-Landesvorsitzenden Frank Franz. Zwei FDP-Ortsverbände und die Julis fordern deshalb nun Neuwahlen des Vorstands. Doch Krämer ist erst mal ins außereuropäische Ausland abgetaucht.