Sächsischer Kunstwettbewerb Schönaicher nimmt bei „art-fiugra“ im Erzgebirge teil

„Zwei Figuren im selben Raum auf Distanz“ nennt Karl Herrmann diese Stele. Foto: Herrmann
„Zwei Figuren im selben Raum auf Distanz“ nennt Karl Herrmann diese Stele. Foto: Herrmann

Der Künstler Karl Hermann stammt aus Schwarzenberg im Erzgebirge. Dort findet derzeit die Ausstellung „art-figura“ statt – mit einem Beitrag des Schönaichers.

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Schönaich - Fast 70 Jahre ist es mittlerweile her, seit Karl Herrmann seine sächsische Heimat Schwarzenberg im Erzgebirge verlassen hat. Der Schönaicher fühlt sich seiner Geburtsregion und Heimat noch innig verbunden. Aus diesem Grund nimmt er auch regelmäßig am Schwarzenberger Kunstpreis teil, den die große Kreisstadt im südwestlichen Erzgebirge seit 2005 alle zwei Jahre veranstaltet. Mitte Juli wurde dort nun zum neunten Mal der Kunstpreis „art-figura“ verliehen.

Passend zum alles beherrschenden Pandemiethema stand der Wettbewerb in diesem Jahr unter dem Motto „Distanz“. Karl Herrmann, der als Künstler mathematische und geometrische Elemente als Stilmittel einsetzt, hat dieses Thema in seinem Beitrag auf die ihm eigene Weise aufgegriffen. „Zwei Figuren im selben Raum auf Distanz“ heißt die Skulptur, die er ausgestellt hat. Herrmann hat hier ein quadratisches Prisma aus Lindenholz in zwei Figuren geteilt – und zwar so, dass beiden im selben Raum stehen, sich dabei jedoch nicht berühren.

Zwei gleichbedeutenden

An den Oberflächen hat der Künstler die Figuren in den Komplementärfarben Gelb und Violett eingefärbt. An den Kanten gehen die begrenzenden Kreislinien dreidimensional ineinander über. Dadurch, so Herrmann, wirken die Figuren rhythmisch zusammen und sind punktsymmetrisch gleich. „Sie sind gleichbedeutend“, fasst er zusammen.

Für eine Auszeichnung hat es zwar nicht gereicht, aber dennoch ist es Herrmann mit seiner Skulptur gelungen, unter 236 Bewerbungen in den kleinen Kreis von 42 ausgewählten Teilnehmern zu kommen. Ein beachtlicher Erfolg für den Schönaicher.

Mit 20 in den Westen geflohen

„Für mich ist die Teilnahme bei dem Kunstpreis sehr wichtig“, sagt Karl Herrmann, „das ist meine Heimat, ich habe dort viele Freunde.“ Er gehört dem Chemnitzer Künstlerbund an und ist in vielfältiger Weise vor Ort aktiv.

Ende 1953 floh der damals 20-jährige Herrmann in den Westen und studierte in Stuttgart Architektur. Seine erste Ausstellung hatte er 1969 in der Studiengalerie des Stuttgarter Philosophie-Professors Max Bense. Nach einigen Jahren der Selbstständigkeit als Architekt wechselte Herrmann ins Lehrerfach und unterrichtete ab 1974 an einer Stuttgarter Berufsschule, ehe er 1997 in den Ruhestand ging.

Mathematischer Verstand und künstlerische Hand

Sein Interesse gilt der Konkreten Kunst, die in der Regel auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht. An seinen Skulpturen ist dieses Zusammenspiel aus mathematischem Verstand und künstlerischer Hand gut abzulesen.

Die am 16. Juli eröffnete Kunstausstellung „art-figura“ ist noch bis zum 16. Oktober 2021 im Schloss Schwarzenberg und im Schwarzenberger Stadtgebiet zu sehen. Die drei mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Jury-Preise sind bereits vergeben. Während des Ausstellungszeitraumes können allerdings die Besucher ihre Stimme noch für den Publikumspreis abgeben.




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