Mit einem Fanfest stimmt der VfB Stuttgart seine Anhänger auf die Saison ein. Während die Liebe zum Verein hier Generationen zusammenbringt, sind die Hoffnungen für die neue Runde groß.

Volontäre: Valentin Schwarz (vas)

Freiburg ist nicht gerade als VfB-Hochburg bekannt. Schließlich trägt in der Stadt an der Dreisam doch der Sportclub – Bundesliga-Rivale und Derby-Kontrahent des VfB Stuttgart – seine Heimspiele aus. Dennoch schlägt mit Leonie Schneider eine Freiburgerin beim Saison-Opening vor der Stuttgarter MHP-Arena im weißen Trikot mit dem roten Brustring auf. „Mein Papa und ich sind große VfB-Fans“, sagt die 18-Jährige.

 

Ihr Vater Uwe bezeichnet sich als „Ur-Schwabe“, der seinem Verein auch nach einem beruflich bedingten Umzug treu geblieben sei. Diese Leidenschaft hat er an seine Tochter vererbt. Gemeinsam sind die beiden immer wieder im Stadion, sagen sie. Auch an diesem Samstag haben sie für die offizielle Saisoneröffnung den Weg aus Freiburg auf sich genommen. „Man spürt hier die Liebe zum Verein“, schwärmt Leonie Schneider von der Atmosphäre beim Fanfest. Sie fügt hinzu. „Nach der langen Pause ist die Vorfreude auf die neue Saison groß.“

Freestyler überzeugt bei Saison-Opening des VfB

Ähnlich wie Schneider geht es am Samstag Hunderten von Menschen auf der Mercedesstraße. Während später Spiele des Frauenteams (gegen die TSG Hoffenheim) und der Bundesliga-Mannschaft (gegen den FC Bologna) folgen werden, herrscht beim Fanfest schon am Vormittag Partystimmung. Im Schatten der Alleebäume – wohltuend bei Temperaturen von um die 30 Grad – ist einiges geboten. Verschiedene Abteilungen des Vereins haben hier ihre Stände aufgebaut, außerdem zahlreiche Unternehmen und Organisationen wie das Technische Hilfswerk oder auch die Bundeswehr. Pommesduft liegt in der Luft, aus den Boxen erklingt Popmusik.

VfB-Fans aus Freiburg: Uwe Schneider und Tochter Leonie. Foto: Valentin Schwarz

Das Programm ist familienfreundlich, Kinder und Jugendliche machen einen großen Teil der Anwesenden aus. Unter ihnen ist die Mila, 14 Jahre alt, die mit ihren Eltern und ihrem zehnjährigen Bruder Maxim aus Radolfzell am Bodensee angereist ist. Gemeinsam verfolgt die Familie öfters VfB-Spiele im Stadion, so auch später bei der Partie gegen Bologna. „Cool fand ich den Freestyler“, sagt Mila. Sie meint den Ballvirtuosen Mo Jamal, der kurz zuvor auf einer Bühne sein technisches Können unter Beweis gestellt hat.

Jugendlicher hält weiteren VfB-Triumph für möglich

Wer sich dadurch inspiriert fühlt, kann hier auf Kleinspielfeldern, an Torwänden oder an Gerätschaften zur Schusskraftmessung die eigenen Fähigkeiten austesten. Jannik Hechtel und sein Kumpel Moritz duellieren sich lieber im virtuellen Raum. Am Stand der E-Sports-Abteilung tragen die beiden Jugendlichen aus Herrenberg eine Partie des Videospiels EA Sports FC aus.

Hechtel steuert virutell den VfB, schlägt den FC Liverpool mit 3:2. Ein gutes Omen für die neue Saison? Der 17-Jährige ist aufgrund des bisherigen Verlaufs der Transferperiode jedenfalls zuversichtlich. „Kadertechnisch haben wir uns eher verbessert, zum Beispiel auf der Rechtsverteidigerposition mit Lorenz Assignon.“ Deshalb kommt er nach dem grandiosen DFB-Pokalsieg in der vergangenen Spielzeit zum Urteil: „Ein Titel ist wieder drin.“

Seniorin freut sich auf Supercup gegen Bayern

Die erste Chance dafür bietet sich schon in einer Woche, im DFL-Supercup gegen den FC Bayern München. „Das wird auf jeden Fall knapp“, sagt Hechtel über das Heimspiel gegen den Rekordmeister.

Auch der von Bayern umworbene Nick Woltemade ist bei der Saisoneröffnung mit dabei. Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

Ob der von Bayern umworbene Nick Woltemade dann in der Startelf stehen wird? Nachdem ein Wechsel des Stürmers zwischenzeitlich wahrscheinlich schien, betritt er bei der Teampräsentation beim Saison-Opening zusammen mit dem Rest der Mannschaft die Bühne. Auch am Stand zur Trikotbeflockung auf dem Fanfest werden der Schriftzug Woltemade und die Rückennummer elf an diesem Tag einige Male verkauft, erzählt ein Mitarbeiter.

Fest steht, dass beim Supercup Gerlinde Emmert im Stadion sein wird. Die 72-jährige Dauerkarteninhaberin hat sich für Duell gegen Bayern ein Ticket gesichert. Nun besucht sie aber erst einmal das Fanfest, zusammen mit ihrer Nichte und deren drei Kindern. „Ich bin schon seit 35 Jahren Mitglied“, sagt Emmert. Der VfB sei eben ihre Leidenschaft. Damit ist sie an diesem Samstag vor der MHP-Arena in guter Gesellschaft.