Saisonstart Falknerei, Biergarten, neue Events: Das erwartet Besucher 2026 im Kloster Lorch

Das Kloster Lorch hat viel zu bieten. Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg/ Rolf Schwarz/Chris Lederer

Mehr als 65.000 Besucher jährlich zählt das Kloster Lorch. Für 2026 setzt die Anlage auf neue Veranstaltungen und zusätzliche Angebote – bei laufender Sanierung.

Rems-Murr: Chris Lederer (cl)

Geschichte, Greifvögel und große Pläne: Das Kloster Lorch bleibt ein Publikumsmagnet. Exakt 65.403 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt sowie rund 80 Schulklassen kamen im vergangenen Jahr ins ehemalige Hauskloster der Staufer. „Das Kloster Lorch besitzt eine enorme Strahlkraft. Als Ort der Staufergeschichte verbindet es historische Tiefe mit zeitgemäßer Vermittlung“, sagte Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Ziel sei es, Geschichte nicht nur sichtbar zu machen, sondern für Besucherinnen und Besucher zugänglich zu gestalten.

 

Den Auftakt der Saison bildet am 26. April das „Frühlingserwachen“. Der Familien-Erlebnistag im Rahmen der Reihe „KulturGenuss“ verbindet Führungen, Musik und Mitmachangebote – von gregorianischen Gesängen über Schwertkampfvorführungen bis hin zu Workshops und einer Klosterrallye. Auch eine Greifvogelflugschau gehört zum Programm.

„Kloster Lorch wird lebendiger Ort der Geschichte“

„Wir wollen das Kloster als lebendigen Ort präsentieren, an dem Geschichte auf ganz unterschiedliche Weise erlebbar wird“, sagte Annette Pfisterer, Geschäftsführerin der Event- und Veranstaltungsagentur am Kloster.

Im weiteren Jahresverlauf setzt das Kloster auf eine Mischung aus bewährten Formaten und neuen Akzenten. Dazu zählt ein erstmals geplanter Workshop zur Gregorianik mit anschließendem Konzert am 14. Juni. Am Wochenende des 4. und 5. Juli schlagen die „Söldner zu Lorch“ ihr Mittelalterlager im Klostergarten auf. Hinzu kommt das traditionelle Sommerfest am 5. Juli mit Führungen und kulinarischen Angeboten.

Auch im Herbst bleibt das Programm dicht: Beim „Erlebnistag im Kloster“ am 11. Oktober stehen Führungen, Musik und historische Darstellungen im Mittelpunkt. Kreative Workshops erweitern das Angebot.

Neben den großen Terminen lebt das Programm von zahlreichen kleineren Formaten. Mehr als 25 Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr organisiert, darunter auch kurzfristig entwickelte Angebote. Formate wie die „Glühnights“ im Januar, die Besucher nach der Weihnachtszeit ins Kloster lockten, sollen weitergeführt werden.

Service: Termine, Führungen und Angebote im Überblick

Wer das Kloster besucht, kann das Programm auf unterschiedliche Weise erleben. Neben den großen Veranstaltungen gibt es über das Jahr hinweg regelmäßig Führungen und thematische Angebote.

„Zu den wiederkehrenden Formaten zählen klassische Klosterführungen ebenso wie thematische Rundgänge, etwa zum Leben der Mönche oder zur Geschichte der Staufer“, erklärt Manfred Schramm, Vorsitzender des Freundeskreis Kloster Lorch. Auch spezielle Angebote für Kinder und Schulklassen sind Teil des Programms. Gruppenführungen in verschiedenen Sprachen können unabhängig von festen Terminen gebucht werden. Die Nachfrage ist hoch: Einzelne Termine waren zuletzt schnell ausgebucht, zusätzliche Führungen wurden eingerichtet.

Auch die Themenführungen sind beliebt. Foto: Rolf Schwarz

Ergänzt wird das Angebot durch saisonale Veranstaltungen, Konzerte und Workshops. Gerade die Kombination aus festen Höhepunkten und flexiblen Formaten trägt dazu bei, dass Besucher zu unterschiedlichen Zeiten immer wieder neue Aspekte des Klosters entdecken können.

Neben den Veranstaltungen bietet das Kloster auch ruhigere Zugänge zur Geschichte. Im Klostergarten wachsen 84 Kräuter, die bereits im klösterlichen Alltag früherer Zeiten genutzt wurden – für Heilzwecke, in der Küche oder zur Pflege. Der Garten macht die Lebenswelt der Mönche anschaulich und ergänzt das historische Erlebnis jenseits der Gebäude.

Ort der Begegnung – auch über die Region hinaus

Das Kloster ist längst mehr als ein Ausflugsziel. Führungen werden regelmäßig auch in mehreren Sprachen angeboten, internationale Besuchergruppen nutzen das Angebot ebenso wie Gäste aus der Region.

Zugleich etabliert sich das Kloster als Ort für besondere Anlässe. Mehr als 40 Hochzeiten finden hier jährlich statt. „Für 2026 sind die Samstage bereits ausgebucht, an anderen Tagen gibt es aber noch einzelne freie Termine“, sagte Annette Pfisterer. Paare können sowohl standesamtlich als auch kirchlich im Kloster heiraten. Auch Feiern vor Ort sind möglich, die Bewirtung erfolgt über externe Catering-Partner.

Neuer Biergarten erweitert das Angebot

Ein neues Angebot ist für den 2. Mai vorgesehen: Dann soll ein Biergarten mit rund 150 Sitzplätzen eröffnen. Besucher können dort Speisen und Getränke im Außenbereich nutzen. Ergänzt wird das Angebot durch den Shop im Torhaus, der unter anderem Kaffee und Kuchen anbietet und so den Aufenthalt im Kloster versüßt.

Sanierung sichert historische Substanz

Parallel zum Veranstaltungsprogramm wird das historische Torhaus umfassend saniert. Unter anderem Dach und Südfassade werden instandgesetzt, Fenster erneuert und die technische Infrastruktur modernisiert. „Mit der seit November 2025 laufenden Sanierung sichern wir die historische Substanz des Torhauses langfristig und schaffen gleichzeitig die Grundlage für eine zukunftsfähige Nutzung“, sagte Stefan Horrer, Leiter Vermögen und Bau Schwäbisch Gmünd. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis 2028 dauern. Einschränkungen für Besucherinnen und Besucher sollen möglichst gering bleiben, der Betrieb läuft weiter. Auch in der Klosterkirche wurden zuletzt Schäden durch Holzschädlinge behoben. Betroffene Elemente wie die Christusfigur und das Altarkreuz konnten erhalten werden.

Falknerei: Zwischen Erlebnis und Tierwohl

Die Stauferfalknerei gehört seit rund 20 Jahren zum festen Angebot des Klosters und ist für viele Besucher ein zentraler Anziehungspunkt. Insgesamt leben dort etwa 80 Greifvögel, von denen 15 bis 20 Tiere bei den Flugvorführungen zu sehen sind. Die rund einstündigen Shows finden regelmäßig statt – allerdings nur bei geeigneten Wetterbedingungen. Bei Regen, starkem Wind oder Temperaturen von über 30 Grad müssen die Vorführungen ausfallen. In den Sommermonaten Juni, Juli und August beginnen die Flugshows erst um 17 Uhr, außerhalb dieser Zeit in der Regel um 15 Uhr.

Eindrucksvolle Greifvögel sind hautnah bei der Flugschau zu erleben. Foto: Gottfried Stoppel

Nach Angaben der Falkner steht das Tierwohl im Mittelpunkt. „Die Vögel können bei uns frei fliegen und kehren nur zurück, wenn ihre Bedürfnisse erfüllt sind“, sagt Falkner Erik Pelz. Neben den klassischen Flugschauen bietet die Falknerei weitere Formate an, darunter Schnupperkurse, Workshops, und auch spezielle Eulenflugvorführungen sowie individuell buchbare Veranstaltungen für Gruppen. Das Spektrum reicht vom kleinen Halsband-Zwergfalken bis zum imposanten Riesenseeadler mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern. Ihr Frühlingsfest feiert die Falknerei am Wochenende 9. und 10. Mai mit Flugschauen, Eselreiten und buntem Programm am Kloster sowie in der Gaststätte Echo in Lorch.

Service

Das Kloster ist von März bis Oktober jeweils von Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familien zahlen 15 Euro. Weitere Infos unter www.klosterlorch.de und www.stauferfalknerei.de

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