Saisonstart für Strauchbeeren Kurze Saison für Strauchbeeren

Von Mathias Kuhn 

Sie sind drei Wochen früher als normal reif, werden aber nur kurz Früchte tragen: Strauchbeeren. Da gewinnen Himbeeren, Rote Träuble, Brombeeren und vor allem Heidelbeeren immer mehr an Beliebtheit.

Heinz Munder muss die Stachelbeeren früher als gewohnt ernten. Foto:  
Heinz Munder muss die Stachelbeeren früher als gewohnt ernten. Foto:  

Rotenberg - Sie sind zwei bis drei Wochen früher reif als in normalen Jahren, verwöhnen mit Spitzenqualität, kommen jedoch alle zugleich auf den Markt: Strauchbeeren. „Egal, ob Himbeeren, Stachelbeeren, Rote und Schwarze Träuble, Brombeeren oder Heidelbeeren – alle Sorten müssen dieses Jahr früher geerntet werden als gewohnt“, sagt Heinz Munder, der Vorsitzende des Obstbaurings Stuttgart. Die Obstbauern sind mit der Qualität der Beeren hochzufrieden. Aber nach schwierigen Vorjahren wünschen sie sich mal wieder ein normales Jahr. „2016 zuerst abgesoffen und dann in der Sonne verbrutzelt, 2017 dann der Frust mit dem Frost und dieses Jahr hatten wir im Februar und März heftige Kältewellen, dafür war der April bis Juni viel zu warm und zu trocken“, fasst Obstbauberater Andreas Siegele die Wetterbedingungen zusammen. Den Vegetationsrückstand vom Frühjahr holten die Beerenpflanzen im Zeitraffer auf und wandelten ihn in einen Vorsprung um. Der Nachteil: Frühe und späte Sorten werden fast gleichzeitig reif. Die Zeitspanne, in der die Verbraucher heimische Vitaminbomben kaufen und verarbeiten können, schmilzt. „Von den Himbeeren haben wir vergangene Woche die erste Marge gepflückt, kommende Woche folgt der zweite Durchgang, danach haben wir keine großen Mengen mehr“, sagt Munder. Ähnlich sieht es bei den Stachelbeeren aus. Ende kommender Woche ist Schluss. Und die Roten Träuble kommen schnell hinterher. „Normalerweise bekommt man im August noch Johannisbeeren für einen Träubleskuchen, dieses Jahr könnte Ende Juli bereits die Saison vorüber sein“, vermutet Munder.

Hagel und Überschwemmungen

Bioland-Landwirt Reinhard Ortlieb hat die Auswirkungen der Wetterkapriolen bereits bei den Erdbeeren zu spüren bekommen. „Die Saison war kürzer und an einigen Standorten, wie bei unserem Feld in Esslingen Zollberg haben Hagel und Überschwemmungen Schäden verursacht“, sagt der Uhlbacher. Die Oberen Neckarvororte sind dagegen von Unwetterschäden verschont geblieben. Auch die Essigfliege spiele dieses Jahr keine Rolle. Es ist zu warm und zu trocken für den Schädling. Bei den Kunden ist Blau nun Trumpf. „Heidelbeeren haben die Himbeeren vom zweiten Platz der Beliebtheitsskala vertrieben“, sagt Ortlieb. Der Uhlbacher hat vor Jahren bereits Heidelbeer-Sträucher in Uhlbach gepflanzt. „Sie benötigen saure Böden“, sagt Ortlieb. Die Bodenbearbeitung ist deswegen aufwendig und die Pflanzen müssen bewässert werden. Die Pflanzen danken es dem Uhlbacher mit herrlich blauen Früchten.

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