Ob roter Chevy mit dem Fantasienamen 1-Elvis, Stuttgarter Kennzeichen und lebensechter Beifahrerpuppe oder blauer MC Laren mit Böblinger Zulassung. Schon der große Parkplatz auf dem Flugfeld stimmt auf den Saisonauftakt der Motorworld ein.
Rund 1500 Hingucker werden es am Sonntagabend gewesen sein, die für einige Stunden den Puls der Motormobilisten schneller schlagen ließen. Nach dem Motto „Meet and Greet“ (Treffen und Grüßen) hat sich laut Center-Managerin Susanne Kirschbaum das Stelldichein auf dem Parkplatz in den letzten Jahren bestens bewährt, als „Warm up“(Aufwärmen) um PS-Begeisterte und Lack-Enthusiasten zusammenzubringen.
Händlermeile an der Nordfront sorgt für Aufmerksamkeit
Entlang der geschätzt 500 Meter langen Nordfront der Motorworld sorgt die Händlermeile für Aufmerksamkeit, zumal sich dort auch immer mehr Leisetreter zur Probefahrt anbieten. Die E-Autos haben auch bei Motorworld kein Nischendasein mehr, sondern protzen mit Optik und Leistung.
Dazwischen ein Unikat, das mehr als einen Blick wert ist. Der Mach 1 gehört Yvonne Rüegg. Die Schweizerin besucht ihren Liebling, den 240 Stundenkilometer schnellen und in drei Sekunden auf 100 Stundenkilometer Oldtimer immer zu Saisonauftakt im April in Böblingen. Der Mach 1 ist schließlich übers Jahr in der Motorworld als Ausstellungsstück bestens aufgehoben. Wenn das James Bond alias Roger Moore wüsste. „Der hat mir nämlich während Dreharbeiten in der Schweiz den Mach 1 günstig vermittelt“, rückt die Schweizerin auch damit heraus, wie sie zu dem Gefährt gekommen ist, der als Reminiszenz im nächsten James Bond in einer Szene zu sehen sein soll.
Rennbahn für Miniatur-Fahrzeuge und Weltmeisterschaft
Noch nicht so berühmt, aber vielleicht bald weltmeisterlich unterwegs, sind Alex, Ben und Ritvij. Die drei Schüler vom Unterrieden-Gymnasium stehen mit ihren kleinen Flitzern an der 20 Meter langen Rennbahn für Miniatur-Rennfahrzeuge und lassen Staunen. Während sie sich derzeit auch auf die Weltmeisterschaft in London vorbereiten, bewerben sie sich auch in diesem Jahr für den „In Schools-Technikwettbewerb“, der spielerisch Teamarbeit und Technikverständnis fördern soll und so auch der Berufsorientierung dient. Freien Eintritt gab es am Sonntag auch in den vielen Hallen der Motorworld, wo die Mobilität in allen Facetten vom Auto über das Boot und das Flugzeug zu erleben ist.
Sogar die Textilbranche ist als Dauermieter mit „Grand Prix Originals“ vertreten, wo mit dem Slogan „Drive und Lifestyle“ eingekleidet wird. „Wir zitieren historische Themen und Logos aus dem Motorsport und schaffen damit eine eigene Welt“, erklärt Marco Ruf und zeigt auf ein James Dean-Poster, auf dem der Schauspieler in Rennfahrerpose zu sehen ist. Mit vier eigenen Ladengeschäften und zwei Franchise-Geschäften ist Ruf im Bundesgebiet präsent, weltweit zählt er 50 Vertriebspartner.
Smart-Erfinder präsentiert Autonomes Fahren
Mieter der ersten Sunde in Motorworld ist auch Professor Johann Tomforde. Der Smart-Erfinder hat auch seinen UCCON-Prototypen ausgestellt, der 2018 erstmals auf der IAA für Furore sorgte in Sachen Autonomes Fahren.
Einen getunten Porsche 911er-Motor mit 640 PS präsentiert Tobias Aichele. Der Solitude-Revival-Veranstalter hat am Sonntag auch gleich den Schrauber mitgebracht, den 82-jährigen Gustav Nitsche.
Bei so vielen Attraktionen kann schon mal leicht der Nachwuchs verloren gehen. Auch dafür zeigt sich die Center-Managerin Susanne Kirschbaum verantwortlich. Ein Rundruf sorgt schnell für Entwarnung. Der fünfjährige Liam ist schnell gesichtet. Natürlich dort, wo die Zukunft schon begonnen hat: an den Ladesäulen von Tesla.
Auch V8-Hotel profitiert von Saisonstart
Gut gelaunt zeigt sich auch Hotelier Laurin Schad. Die Lockerungsübungen in Sachen Pandemie bedeuten auch für das V8-Hotel den Saisonstart. „Mit dem Motorworld-Event am Sonntag steigen die Wochenendbuchungen an. Wer will kann sich schlafend in einem Werkstatt-Themenzimmer auf das Happening einstimmen“, weiß Schad um die Vorzüge des Hotels, das seit dem Motorworld-Start im Jahre 2009 das ganz besondere Ambiente bietet. Auch das Umfeld passt. Die sieben gastronomischen Betriebe im Gebäudekomplex ergänzen das Angebot zum Saisonstart zudem immer mit einer lukullischen Zeltstadt.