Für Sami Khedira gibt es bei der EM nur ein Ziel: "Wir wollen ins Finale und dieses Spiel gewinnen." Aber im StZ-Interview warnt der frühere VfB-Profi auch vor allzu hohen Erwartungen an die deutsche Elf.
Tourrettes -Vor der WM 2010 ist Sami Khedira international noch weitgehend unbekannt gewesen – jetzt bereitet er sich als Star von Real Madrid auf die EM vor. „Ich bin selbstständiger, erwachsener und natürlich auch selbstbewusster geworden“, sagt der Mittelfeldspieler.
Herr Khedira, über was sollen wir sprechen: über Fußball oder lieber über Ihre anstehende Hochzeit mit dem Model Lena Gercke, von der derzeit berichtet wird?
Klare Antwort: über Fußball.
Empfinden Sie es als störend, mittlerweile nicht mehr nur Teil der Sportberichterstattung zu sein, sondern auch in den bunten Blättern des Boulevards aufzutauchen?
Ich kann es nicht ändern. Ich bin ja nicht derjenige, der sich dabei aufdrängt. Wenn auch diese Dinge für die Öffentlichkeit interessant sein sollten, dann nehme ich das so hin. Beitragen will ich dazu nichts.
Gut, dann reden wir über Fußball. Sie sind verspätet im Trainingslager eingetroffen. Wie froh sind Sie, dass Sie jetzt da sind?
Ich wäre lieber früher angereist, was eigentlich auch so ausgemacht war. Dann kam die Reise mit Real Madrid nach Kuwait dazwischen. Das sind Verpflichtungen dem Verein gegenüber, denen man nachkommen muss. Jetzt freue ich mich, endlich bei der Nationalmannschaft zu sein. Ich bekomme langsam ein Gefühl für die EM.
In welcher Stimmung haben Sie die Mannschaft hier in Frankreich angetroffen?
Die Spieler sind fokussiert, aber gleichzeitig locker. Es ist ein junges, eine sehr homogenes Team. Das merkt man im Training, beim Essen, überall. Die Jungs können es kaum erwarten, dass die EM los geht.
Fürchten Sie, dass die gute Stimmung getrübt wird, wenn die acht Nationalspieler des FC Bayern ankommen?
Sie werden auf jeden Fall niedergeschlagen, enttäuscht und traurig sein. Aber unser Team ist so gefestigt und hat eine so gute Laune, dass das anstecken wird. Für die Bayern könnte es nichts Besseres geben, als dieses Turnier zu spielen. Es wäre für sie doch grausam, mit dem Eindruck der Niederlage gegen Chelsea in den Urlaub zu gehen und wochenlang über dieses Erlebnis nachdenken zu müssen.