Sammelband zum Landesgeburtstag Manuel Hagel und die Dame mit der Mundharmonika

Manuel Hagel gratuliert dem Land als Herausgeber eines Sammelbands zum 75. Geburtstag. Foto: dpa/Marijan Murat

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel gibt einen Sammelband zum 75. Landesgeburtstag heraus. Enthalten ist auch eine Liebeserklärung der Erfolgsschriftstellerin Gaby Hauptmann.

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)

Schwarzer Rolli, schwarze Hose, schwarzes Jackett – mit diesem Outfit wirkt Manuel Hagel bei seinem Auftritt als Herausgeber eines Sammelbandes zum 75. Landesjubiläum in Stuttgart fast ein wenig existenzialistisch angehaucht. Sonst ist der CDU-Spitzenkandidat stets mit weißem Hemd und Krawatte unterwegs. „75 Jahre Baden-Württemberg. 75 Stimmen“ heißt der Band. „Vielfalt. Vertrauen. Vision“ lautet der Untertitel.

 

Zuversicht als verbindenden Element

Der Zeit voraus sieht der Verleger Manuel Herder diese Neuerscheinung seines Hauses, und das ist natürlich zutreffend: 75 wird Baden-Württemberg erst 2027. Dass die Landtagswahl im März ein Argument für den Erscheinungstermin war, liegt auf der Hand. Hagel nutzt die Chance, mit dem Buchprojekt sein Profil als Kulturmensch zu schärfen und sich zugleich bekannter zu machen. Bei der Präsentation – und im Vorwort des Buchs – beschreibt Hagel Baden-Württemberg als Land großer kultureller und landsmannschaftlicher Vielfalt, als echten Vielvölkerstaat. Hier herrsche ein Heimatgefühl vor, „das nie ausgrenzt, sondern einlädt“, meint Hagel. Vielfalt, Vertrauen und Visionen seien entscheidende Treiber dafür, dass der bettelarme Agrarstaat, der das Land im Gründungsjahr 1952 gewesen sei, zum heutigen Wohlstand aufsteigen konnte.

Diese Eigenschaften sind laut Hagel heute angesichts der Krisenzeichen in Wirtschaft und Weltlage umso notwendiger. Sein Buch vereint unterschiedlichste Autoren aus Wirtschaft, Kunst, Sport, Politik und Medien. Sie gäben nicht alle seine eigene Meinung wieder, betont Hagel. Was alle Beiträger bei aller Unterschiedlichkeit verbinde, sei ein Element „der Zuversicht, die nicht naiv ist“, betont er bei der Präsentation in Stuttgart. Tatsächlich reicht die Liste der 75 Beiträger von Jonas Andrulis, Gründer des mit vielen Hoffnungen gestarteten heimischen KI-Unternehmens Aleph alpha, über die Karlsruher Boxerin Regina Halmich, Stuttgart21-Architekt Christoph Ingenhofen, den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, den Chef der Deutschen Umwelthilfe Jürgen Resch bis hin zu der Gärtnerin und Landwirtin Jutta Zeisset.

Heimatgefühl mit Mini-Mundharmonika

Besonders charmant bringt die Erfolgsautorin Gaby Hauptmann, geboren in Trossingen, ihre Heimatverbundenheit zum Ausdruck: Als Teenager habe sich als Europäerin, als Weltbürgerin gefühlt und mit Heimat nichts anfangen können, erzählt sie in Stuttgart. Heute sei Heimat ihr Thema. Je älter sie werde, desto mehr spüre sie, dass in der Hohner-Stadt Trossingen ihre Wurzeln seien. Dort sei selbstverständlich gewesen sei, dass jeder für sich und sein Fortkommen selbst verantwortlich sei. Bei einem Deutschkurs im Empire State Building in New York habe ihre Dozentin eine „Little Lady“ an einer Halskette getragen. Diese Mini-Mundharmonika – ein Exportschlager des Trossinger Musikinstrumentenherstellers – habe ihr „ein kleines Gefühl von Heimat mitten in New York“ vermittelt.

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