Shinji Okazaki brachte den VfB mit einem schnellen Tor nach der Halbzeit auf die Siegerstraße. Am Ende siegte die Labbadia-Elf mit 2:0.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat seine Serie gegen 1899 Hoffenheim weiter ausgebaut. Auch im siebten Bundesligaspiel der beiden Mannschaften blieb der VfB ungeschlagen. Beim 2:0 (0:0) gelang den Stuttgartern vor 55.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena der dritte Sieg gegen das Team aus dem Kraichgau.

Spielverlauf: Der VfB ging mit der gleichen Startelf wie beim 2:0-Erfolg in Kaiserslautern in die Partie. Auf Seiten der Gäste waren mit Andreas Beck, der kürzlich seinen Vertrag vorzeitig bis 2014 verlängert hat, und Marvin Compper zwei ehemalige VfB-Spieler in der  Anfangsformation vertreten. In den ersten Minuten versuchten die Gäste, den VfB früh unter Druck zu setzen. Doch schon in der vierten Spielminute hatten die Stuttgarter ihre erste Chance. Zunächst kam Martin Harnik nach einer Flanke von Khalid Boulahrouz nicht richtig zum Kopfball, das Spielgerät gelangte aber zu Arthur Boka, der es mit einem Schuss versuchte. Tom Starke im Gäste-Tor wehrte den Ball nach vorne ab - Cacau war zur Stelle und netzte ein - seinem Tor wurde aber wegen Abseits die Anerkennung versagt.

Auch danach war der VfB am Drücker. Der Fernschuss von Cacau stellte Starke aber vor keine Probleme (9. Spielminute) und bei der Hereingabe von Pavel Pogrebnyak klärte 1899-Kapitän Andreas Beck (12.). Bis zur 20. Minute hatte die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia mehr vom Spiel und durch einen Flatterball von Tamas Hajnal (18.) eine weitere Möglichkeit.

Nach schönem Pass von Harnik in den Lauf von Pogrebnyak, musste sich dieser im Laufduell mit Isaac Vorsah auseinandersetzen. Die Wege der beiden kreuzten sich und dabei lief der Ghanaer dem Stuttgarter in die Hacken, die Pfeife von Schiedsrichter Babak Rafati blieb jedoch stumm (20.).

Hoffenheim mit den besseren Chancen

Danach war die Drangphase der Hausherren zunächst vorbei und die Gäste aus dem Kraichgau tauchten das erste Mal gefährlich vor dem Tor von VfB-Schlussmann Sven Ulreich auf. In der 21. Minute ließ Ryan Babel die gegnerische Abwehr locker stehen, zog in den Strafraum und schoss stramm auf das kurze Eck - doch Ulreich war zur Stelle.

Nach der anschließenden Ecke passte Roberto Firmino auf Gylfi Sigurdsson, der im Strafraum völlig frei an den Ball aber nicht mehr zum Abschluss kam (22.). Von den Gastgebern war in dieser Phase wenig zu sehen. Denn auch die nächste Gelegenheit - bis zu diesem Zeitpunkt die beste der Partie - hatten die Hoffenheimer. Serdar Tasci verlor den Ball am eigenen Strafraum an Babel, der auf den erneut völlig freistehenden Sigurdsson spielte. Frei vor Ulreich verzog der Isländer aber klar und verpasste es, die Gäste in Führung zu schießen (30.).

In der Folgezeit wurde das Spiel ruppiger, viele kleine Fouls unterbrachen den Spielfluss immer wieder. Im Mittelfeld kämpften beide Teams um den Ballbesitz und ließen sich wenig Raum.

Zweite Hälfte beginnt rasant

Nach dem Seitenwechsel waren noch keine drei Minuten gespielt, da führte der VfB Stuttgart bereits mit 1:0 (48.). Tamas Hajnal schaltete schnell, führte einen Freistoß  sofort aus und bediente Shinji Okazaki mit einem hohen Ball über die Gäste-Abwehr hinweg. Der Japaner nahm den Ball mit dem linken Fuß schön mit und erzielte mit rechts seinen dritten Saisontreffer.

Auf der Gegenseite prüfte Serdar Tasci seinen eigenen Schlussman, als er einen Pass der Hoffenheimer auf das eigene Tor lenkte, doch Sven Ulreich war hellwach (49.). Danach ging es hin und her und es entwickelte sich ein flottes Spiel. Für Hoffenheim war es in der 55. Minute wieder Sigurdsson, der es mit einem Schuss aus der Distanz versuchte, doch Ulreich hielt den Ball fest.

In der Folge plätscherte das Spiel ein wenig vor sich hin. Die Gastgeber verwalteten den Vorsprung, während die Hoffenheimer höheren Aufwand betrieben, sich aber keine klare Ausgleichsmöglichkeit herausspielten.

Pogrebnyak sorgt für die Entscheidung

Zu Beginn der Schlussviertelstunde stand dann ein Russe im Mittelpunkt: Pavel Pogrebnyak, der schon in der ersten Halbzeit auffällige Szenen hatte. Nach einem Übersteiger ging er im Strafraum an 1899-Verteidiger Isaac Vorsah vorbei. Dieser traf ihn dabei am Fuß, Pogrebnyak fiel und Schiedsrichter Babak Rafati entschied auf Elfmeter. Zu diesem trat Pogrebnyak selbst an und verwandelte mit einem strammen Schuss ins rechte Eck zum 2:0 (77.).

Danach hätte Martin Harnik alles klarmachen können. Er tauchte zusammen mit Cacau frei vor 1899-Schlussmann Tom Starke auf. Doch der Hoffenheimer parierte Harniks Schuss und verhinderte so einen 0:3-Rückstand seiner Mannschaft. Dadurch bot sich auf der Gegenseite für den eingewechselten Sven Schipplock - ebenfalls ein ehemaliger VfB-Akteur - gleich zwei Mal die Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch sowohl in der 86. Minute als auch in der ersten Minute der Nachspielzeit scheiterte er an Sven Ulreich.

Kurz vor dem Schlusspfiff setzte sich Schipplock im Strafraum erneut durch und legte zurück auf Compper. Da Boulahrouz sich dem Schuss des Hoffenheimers aber in den Weg warf und damit für den geschlagenen Ulreich klärte, blieb es beim 2:0.

Entscheidende Szene: Neben dem schnellen Führungstreffer zu Beginn der zweiten Halbzeit war der verwandelte Strafstoß von Pavel Pogrebnyak die entscheidende Szene des Spiels. Er war immer wieder an gefährlichen Aktionen beteiligt und hatte auch den Elfmeter selbst herausgeholt. Mit seinem ersten Bundesliga-Treffer seit April machte er für den VfB alles klar.

Kommentar: Der VfB Stuttgart hat seine positive Serie gegen den Rivalen aus dem Kraichgau weiter ausgebaut. Nach engagierten 20 Minuten in der ersten Halbzeit kamen die Hoffenheimer danach mehr auf und hatten in der 30. Minute durch Sigurdsson ihre größte Chance. Doch nach Shinji Okazakis Führungstreffer kontrollierte der VfB das Spiel.  Die Hoffenheimer betrieben zwar viel Aufwand und hatten auch mehr Ballbesitz, doch der Sieg des VfB war in der zweiten Halbzeit letztlich kaum gefährdet. Ein verdienter Erfolg, der den Stuttgartern hilft, sich weiter oben festzusetzen. 

VfB Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Maza, Boka - Kvist, Hajnal (82. Gentner) - Harnik, Okazaki (78. Traoré) - Cacau (90. Bah), Pogrebnyak.

1899 Hoffenheim: Starke - Beck, Vorsah, Compper, Braafheid - Kaiser, Williams (62. Ibisevic) - Babel, Sigurdsson, Obasi (69. Musona) - Firmino (80. Schipplock).

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover).

Tore: 1:0 (48.) Okazaki, 2:0 (77.) Pogrebnyak (Foulelfmeter).

Zuschauer: 55.000.

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