Samuel Röthlisberger vom TVB Stuttgart „Wir müssen ganz dringend punkten“

Hand in Hand zum Klassenverbleib? Kai Häfner und Samuel Röthlisberger (re.), der gemeinsam mit Kais Bruder Max dienstältester Spieler des TVB Stuttgart ist. Beide sind seit 2017 im Verein. Foto: Pressefoto Baumann

Nach der EM-Qualifikation mit der Schweiz kann Samuel Röthlisberger in dieser Woche mit dem TVB Stuttgart entscheidende Schritte zum Ligaverbleib machen. Im Interview spricht der Co-Kapitän über den Schweizer Handball, Trainer Andy Schmid und die Lage beim TVB.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Samuel Röthlisberger ist gemeinsam mit Max Häfner dienstältester Spieler des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart. An diesem Donnerstag (19 Uhr) beim HSV Hamburg und am Sonntag (18 Uhr/Porsche-Arena) gegen den HC Erlangen stehen wichtige Partien im Kampf gegen den Abstieg an. Der Schweizer Nationalspieler geht’s optimistisch an.

 

Herr Röthlisberger, erst einmal Glückwunsch, Ihnen und den Kollegen Rubin und Laube, zur EM-Qualifikation mit der Schweiz. War’s eine Zitterpartie?

Danke, wir wollten natürlich in Graz gegen Österreich gewinnen. Da es auf jedes Tor ankam, war es dann aber wichtig, dass wir nur 33:34 verloren haben und wir eben als einer der vier besten Gruppen-Dritten zur EM 2026 fahren.

Schon beim 32:32 gegen Deutschland in Zürich war mehr drin.

Auf jeden Fall. Es ist bitter, wenn man 59 Minuten lang führt. Und irgendwie auch richtig krass, dass wir als Schweizer sagen können, wir sind mit einem Punkt gegen Deutschland unzufrieden.

Wenn man die jüngsten Ergebnisse betrachtet, scheinen die Schweiz und auch Österreich mit Deutschland auf Augenhöhe?

Mit so einer großen Handball-Nation können wir uns nicht messen, aber wir haben aufgeholt. Und wir wissen, dass wir an einem guten Tag auch ein Topteam wie Deutschland schlagen können. Wir haben ein junges, hungriges Team mit dem richtigen Mix.

Und einen Trainer, der das Handballspiel verstanden hat.

Das kann man wohl sagen. Es gibt taktisch wahrscheinlich keinen besseren Trainer als Andy Schmid. Aber was mich beeindruckt, ist, wie er das Ganze menschlich hinbekommt. Er geht extrem gut auf jeden einzelnen Spieler ein, um das Bestmögliche herauszuholen.

„Wir werden alles raushauen“

Obwohl er mit einigen Spielern noch zusammen auf dem Feld stand.

Davon spürt man aber von Tag eins an rein gar nichts. Er sagte, wir sollen uns nicht verstellen, und er tut es auch nicht. Alles war vom ersten Training an total authentisch.

Mit dem TVB geht’s jetzt in die entscheidende Phase.

Absolut. Vor der Nationalmannschaftspause hatten wir drei Topgegner, gegen die es nicht ganz gereicht hat. Aber jetzt müssen wir ganz dringend punkten. Am Donnerstag in Hamburg bietet sich die nächste Chance bei einem heimstarken Team, das frei aufspielt. Aber wir werden alles reinhauen, um zu gewinnen.

Damit der Druck in den beiden folgenden Heimspielen gegen die direkten Konkurrenten Erlangen und Bietigheim nicht extrem hoch wird?

Ich verstehe die Frage. Aber wir tun gut daran, uns nur aufs nächste Match zu konzentrieren.

Wie sehr freuen Sie sich auf Ihren Landsmann Misha Kaufmann als künftigen Trainer?

Erst einmal freue ich mich, dass ich seit 2017 beim TVB bin, bis 2027 Vertrag habe und noch genug Zeit habe, Misha kennenzulernen (lacht). Bisher haben wir uns nur ein-, zweimal unterhalten. Er hat den ThSV Eisenach extrem weiterentwickelt. Natürlich wünsche ich mir, dass ihm das in Stuttgart auch gelingt.

Zur Person

Karriere
Samuel Röthlisberger wurde am 15. August 1996 in Solothurn/Schweiz geboren. Vor seinem Wechsel zum TVB Stuttgart im Jahr 2017 spielte der Kreisläufer und Abwehrspezialist in der Jugend für den Handballverein Herzogenbuchsee, danach für den BSV Bern Muri. Für die Schweizer Nati hat er 95 Länderspiele (24 Tore) absolviert. Sein Vertag beim TVB Stuttgart läuft bis 2027.

Persönliches
Er ist verheiratet mit Sandra, das Paar wohnt in Waiblingen. Seine Hobbys sind Sport allgemein, speziell Basketball und Football, sowie Lesen. (jüf)

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