Sandplatz-Turnier in Stuttgart Andrea Petkovic fordert Freundin Angelique Kerber

Von red/dpa 

Angelique Kerber hatte gehofft, nach ihrer Erkrankung noch ein wenig Zeit für Training und Erholung zu gewinnen. Der Wunsch erfüllte sich. Es wartet jetzt eine Gegnerin, die sie gut kennt.

Andrea Petkovic hat die Erstrunden-Aufgabe souverän gemeistert. Foto: Pressefoto Baumann
Andrea Petkovic hat die Erstrunden-Aufgabe souverän gemeistert. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Wimbledonsiegerin Angelique Kerber beginnt nach einem fiebrigen Infekt ihren Weg zu den French Open gegen ihre Tennis-Freundin Andrea Petkovic. Die hessische Fed-Cup-Spielerin Petkovic erledigte am Dienstag beim Sandplatz-Turnier in Stuttgart mit dem 6:3, 6:4 gegen die spanische Qualifikantin Sara Sorribes Tormo souverän ihre Erstrunden-Aufgabe. Damit machte Petkovic das reizvolle deutsche Achtelfinal-Duell am Donnerstag perfekt. „Ich war sehr zufrieden“, sagte die 31-Jährige. Sie glaube, sie sei gar nicht mehr so weit weg von ihrem besten Tennis.

Für Kerber erfüllte sich der Wunsch, nach ihrer Erkrankung erst spät in Stuttgart antreten zu müssen. Die Weltranglisten-Fünfte erhielt nachträglich ein Freilos und steht ohne Sieg in der Runde der besten 16. Weil die rumänische Weltranglisten-Zweite Simona Halep verletzt absagte, rutschte die Kielerin in der Setzliste auf Position vier vor und bekam den Vorteil zugesprochen. „Grippe, Erkältung, also volles Programm“ hatten sie fast zwei Wochen außer Gefecht gesetzt.

„Auch Ü30 können sich Menschen noch verbessern“

Die zweimalige Stuttgart-Siegerin und Petkovic kennen sich von ihren Fed-Cup-Einsätzen und etlichen gemeinsamen Jahren auf der WTA-Tour. Von bisher elf Duellen hat Kerber acht gewonnen. Im zuvor letzten Vergleich siegte sie vor gut zwei Jahren deutlich in zwei Sätzen.

Die Partie von Petkovic gegen die Weltranglisten-75. Sorribes Tormo bot umkämpfte Ballwechsel, aber noch nicht das Tennis, was angesichts der Top-Besetzung in den kommenden Tagen gezeigt werden könnte. Die Spanierin streute im ersten Satz zahlreiche Fehler ein. Petkovic machte mehr Druck, ging immer wieder geschickt ans Netz vor und lag auch im zweiten Durchgang stets vorn. Nach 1:52 Stunden durfte sie als erste der fünf Deutschen im Hauptfeld einen Sieg bejubeln. „Ich versuche, die Punkte kürzer zu halten“, erklärte Petkovic nach ihrem ersten Auftritt seit drei Jahren beim Porsche Grand Prix.

Die einstige Top-Ten-Spielerin, inzwischen nur noch Nummer 71 der Welt, tritt mit einer Wildcard an. Erfolge wie der Einzug ins French-Open-Halbfinale 2014 sind ihr derzeit nicht zuzutrauen. Das gewonnene Einzel im Fed Cup gegen die einstige Paris-Siegerin Jelena Ostapenko, mit dem sie am vergangenen Freitag in Lettland zum Verbleib in der Weltgruppe beigetragen hatte, sei psychologisch sehr wichtig gewesen. Auch mit 31 Jahren wolle sie sich als Tennisspielerin weiter entwickeln, sagte sie schmunzelnd: „Auch Ü30 können sich Menschen noch verbessern.“