Sanierung der Anlageseen Künftig der Blick vom Sonnendeck nach Berg

Von Armin Friedl 

Das Land saniert die Seen bei der Haltestelle Mineralbäder mit 2,5 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen eine bessere Wasserqualität, weniger Energieverbrauch und ein Sonnendeck.

Leer gepumpt und hohe Zäune: Jetzt wird gearbeitet an den Anlageseen. Foto: Friedl
Leer gepumpt und hohe Zäune: Jetzt wird gearbeitet an den Anlageseen. Foto: Friedl

S-Ost - Wenn in den kommenden Wochen einer der drei Anlagenseen bei der Haltestelle Mineralbäder leer bis auf den Grund ist, liegt das nicht an der anhaltenden Trockenheit. Denn jetzt soll die Seenkette im Unteren Schlossgarten saniert werden. „Neben der Beseitigung von Undichtigkeiten sind eine Erhöhung der Wasserqualität und eine Neugestaltung des Uferrandes geplant. Das Erscheinungsbild der Seenlandschaft soll erhalten bleiben“, so Roland Wenk vom Stuttgarter Amt der Abteilung Vermögen und Bau. Denn hier ist das Land und seine Behörden zuständig.

Kein Sandstrand, aber ein Sonnendeck

Für die Spaziergänger ein Gewinn: Wenn alles fertig ist, bietet ein Sonnendeck zusätzliche Sitzmöglichkeiten am Inselsee. Einen Sandstrand dazu wird es zwar nicht geben, so Wenk, aber einen entspannten Blick auf den größten der drei Seen und dahinter auf den Stadtteil Berg.

Auffallend sind jetzt schon die großen Umzäunungen zahlreicher Bäume mit Holzlatten. Wenk: „Das machen wir zum Schutz der Bäume, damit nicht Baumaschinen über das Wurzelwerk fahren oder auf andere Weise die Bäume beschädigen.“ Der Fachmann geht dabei davon aus, dass die Ausbreitung des Wurzelwerks eines Baumes in etwa der Größe seiner Baumkrone entspricht.

Einschränkungen und Absperrungen

Weitere Absperrungen werden im Laufe der Arbeiten dann notwendig sein. Die Zufahrt zum Baustellengelände ist im Bereich des Berger Festplatzes. Das Gelände rund um den Eissee ist als Lagerfläche eingeplant. Entsprechend muss mit Einschränkungen und Sperrungen der Wege in diesem Bereich für Fußgänger wie für Radfahrer im Laufe der nächsten Monate gerechnet werden, vor allem rund um den größten See, den Inselsee. Umleitungen werden ausgeschildert sein.

Im Mittelpunkt der Sanierungen steht die „Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der Seen“, so Wenk: „Die Stabilität des Gewässers und dessen Wasserqualität sollen durch eine Vertiefung des Inselsees sowie eine zusätzliche Umwälzung mit Wasseraufbereitung verbessert werden.“ Konkret bedeutet das: „Es gibt ein geschlossenes Kreislaufsystem, das energetisch optimiert wurde. Der Wasserverbrauch kann so deutlich reduziert werden. Und durch entsprechende Wasserpflanzen wird das Wasser auf natürliche Weise gereinigt.“ Wenk weiter: „Das neu verwendete Material wurde hinsichtlich Nachhaltigkeit geprüft und ausgewählt. So verzichten wir beispielsweise bei der Abdichtung der Seen auf die Verwendung von Kunststoff.“

Mehr Pflanzen sollen das Wasser reinigen

Das bedeutet konkret: Am bisherigen Kreislaufsystem wird festgehalten, es gibt – abgesehen von Niederschlag – keine Frischwasser-Zufuhr dieser künstlich angelegten Seen, das Wasser wird weiterhin vom niedrigsten See, dem Inselsee, in den Quellteich beim Grillplatz gepumpt. Von dort fließt es durch die Bachläufe dann wieder in die Seen.

Mehr Wasserpflanzen sollen für mehr Qualität des Wassers sorgen. Wenk: „Teile der Wasserfläche werden bepflanzt sein. Dazu setzen wir im Schlossgarten verschiedene Arten ein. Zum Teil werden sie unter Wasser sein, zum Teil werden sie bis zu 50 oder 60 Zentimeter aus dem Wasser herausragen. Schilf werden wir dazu allerdings nicht verwenden, das wächst zu hoch. Die vorhandenen Blickachsen wollen wir nicht beeinträchtigen.“ Diese Methode wird üblicherweise auch bei sogenannten Naturbadeseen angewendet. Wobei in Stuttgart freilich nicht geplant ist, dass in den Anlageseen einmal gebadet werden kann. Deshalb wird sich hier die bepflanzte Fläche im Vergleich zu diesen Naturbadeseen in Grenzen halten.

Auch sonst soll die Gesamtgestaltung des Parks in diesem Bereich weitgehend so bleiben, wie sie ist, verspricht das beauftragte Landschaftsarchitektenbüro Planstatt Senner. Eine Ausnahme ist freilich das bereits erwähnte „Sonnendeck“. „Der Technikraum muss auf der Nordseite des Inselsees entsprechend den heutigen Vorschriften neu gebaut werden“, so Wenk, „auf dessen Dach wird dann das Sonnendeck entstehen. Also da gibt es dann schon Veränderungen.“

Die Tiere bleiben an den Seen

Bei all diesen Maßnahmen wurden die Fachleute vom Amt für Umweltschutz beratend hinzugezogen. Und für die Tierwelt sind jene von der Wilhelma zuständig: „Die Fische im Inselsee wurden mit Hilfe des Anglervereins abgefischt“, so Wenk. Für all die anderen Tiere, die rund um die Seen leben, halten sich die Beeinträchtigungen hoffentlich in Grenzen: Für die Enten, Schwäne und Gänse gibt es ja noch die anderen beiden Seen.

Bis Frühjahr nächsten Jahres sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. 2,5 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

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