Die Filderhalle wird samt ihrer Tiefgarage und den östlichen Außenbereichen umfassend saniert und modernisiert. Ob jedoch mehr als eine Million Euro für eine Verschönerung der Außenbereiche und für die Einrichtung eines Interimsparkplatzes ausgegeben werden sollen, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Während der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses vergangene Woche wurden die Pläne vorberatend für den Gemeinderat öffentlich von der beauftragten Landschaftsarchitektin Ulrike Fischer vom Büro ARP aus Stuttgart vorgestellt.
Um es kurz zu machen: Die Entscheidung zur Einrichtung eines Interimsparkplatzes wurde nach der Diskussion im Technischen Ausschuss nicht mehr gefällt. Der Bürgermeister Benjamin Dihm musste angesichts zahlreicher kritischer Wortmeldungen eine Ablehnung mit ungewissen Folgen für die weitere Planung befürchten. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, als Ersatz für die während der einjährigen Bauzeit ab kommenden Oktober gar nicht beziehungsweise nicht vollumfänglich zur Verfügung stehenden Parkplätze in der Tiefgarage (150 Parkplätze), einen Interimsparkplatz an der Max-Lang-Straße, also auf der anderen Seite der Gleise, zu bauen. Viele Stadträte hielten das aber für keine gute Idee, auch aus finanziellen Gründen. Immerhin soll der Interimsparkplatz rund 345 000 Euro kosten.
Etwa 800 Meter sollen Besucher zur Filderhalle laufen
„Der Weg ist sehr weit“, betonte die Grünen-Stadträtin Barbara Engler. Rund 800 Meter müssten die Besucher der Stadthalle vom Interimsparkplatz mit 106 Plätzen durch die Unterführung beim Bahnhof bis zur Filderhalle laufen – womöglich in Schuhen mit hohen Absätzen oder bei schlechtem Wetter. Da waren nicht allein die Grünen-Stadträte skeptisch. „Wir können es uns nicht vorstellen, dass es angenommen wird“, sagte der Fraktionsvorsitzende Jürgen Kemmner (LE Bürger/Demokratie in Bewegung). Ob denn ein Shuttle-Service eingerichtet werden könne, stellte Ulrich Löchner (Freie Wähler) in den Raum. Ansonsten fürchtete auch er, dass der Parkplatz viel kostet und kaum genutzt werden wird. Viele Autofahrer werden zum Leidwesen der Nachbarn eher in den angrenzenden Wohngebieten einen Parkplatz suchen, befürchtet er.
Nun soll bis zur erneuten Beratung über alternative Standorte nachgedacht werden. Weniger kritisch wurde auf die Pläne zur Verschönerung des Bereichs rund um den Haupteingang vor der Filderhalle ab Frühjahr 2026 geschaut. Lediglich die Grünen-Stadträte stimmten gegen den Baubeschluss. „Muss das jetzt sein“, fragte die Stadträtin Engler mit Blick auf die angespannte Haushaltslage. Der Außenbereich funktioniere doch noch. Dem entgegnete der Bürgermeister Dihm allerdings, dass es doch seltsam wäre, die Filderhalle umfassend zu sanieren und jenen Bereich, der von den Besuchern und Passanten zuerst wahrgenommen wird, in seinem jetzigen Zustand zu belassen. „Ich weiß nicht, ob das das richtige Zeichen für die gute Stube ist“, meinte Dihm. Dem schloss sich die Mehrheit des Technischen Ausschusses an.
Bäume sollen erhalten bleiben
„Der Haupteingang ist eigentlich gar nicht wahrnehmbar“, beschrieb die Landschaftsarchitektin Fischer eines der Probleme der momentanen Gestaltung vor der Filderhalle. Ferner seien die unterschiedlichen Zugänge in die Halle sehr heterogen. Ihre Eindrücke beschrieb sie als drückend, betonlastig und dunkel. Die vorgestellten Pläne sehen vor, den Haupteingang besser sichtbar zu machen und zur Bahnhofstraße hin zu öffnen. Der Zugang zur Tiefgarage soll mit riesigen Schirmen überspannt werden. Die Treppen in die Tiefgarage sollen verbreitert werden. Die Bäume entlang der Straße möchten die Planer erhalten. Die Stadtverwaltung rechnet mit Kosten von 685 000 Euro.