Sanierung der Stuttgarter Oper Das sind die einzelnen Kostenpunkte

Am Standort Eckensee der Stuttgarter Staatstheater stehen gleich mehrere Baustellen an. Foto: Stadtmessungsamt Stuttgart

Mehr als eine Milliarde Euro stehen für die Sanierung und Erweiterung der Stuttgarter Staatstheater zur Debatte. Wir zeigen auf, welche Vorhaben dabei wie stark ins Gewicht fallen.

Stuttgart - Eine Milliarde Euro ist eine Summe, die aufhorchen lässt. Und auch wenn sie bislang weder vom Landtag noch vom Gemeinderat genehmigt ist, stellt sich die Frage, aus welchen Kostenpunkten sich diese Summe für die Sanierung und Erweiterung des Opernhauses zusammensetzt.

 

Schauspielhaus – 63,9 Millionen Euro

Das Gebäude soll zum Königin-Katharina-Stift hin erweitert werden. Anlieferung und Erschließung werden verändert, dabei die unterschiedlichen Höhen von Kulissengebäude und Schauspielhaus ausgeglichen. Das Dach über dem fünften Obergeschoss wird angehoben. Stand heute werden Kosten von 30 bis 39 Millionen Euro angenommen, die durch Preissteigerungen in den nächsten zehn Jahren auf 40,2 bis zu 52,3 Millionen Euro steigen könnten. Dazu kommen anteilige Kosten aus dem Aufwand für die Baustelleneinrichtung im Bereich Hof 3, Verwaltungsgebäude und Schauspielhaus (insgesamt 26,8 bis 34,8 Millionen). Nimmt man ein Drittel davon hinzu, käme man auf 63,9 Millionen Euro.

Verwaltungsgebäude – 63,9 Millionen Euro

Im Untergeschoss soll eine Kantine mit Küche entstehen. Geschossdecken und Wände werden ertüchtigt, die Außenfassaden und das Dach saniert, Leitungen und Sanitäreinrichtungen samt WC-Anlagen erneuert. Dafür rechnet man mit Kosten (einschließlich Preissteigerungen) von 40,2 bis 52,3 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Drittel des gemeinschaftlichen Aufwands mit den benachbarten Baustellen. So ergeben sich für das Verwaltungsgebäude Kosten von 63,9 Millionen Euro.

Hof 3 – 29 Millionen Euro

Der sogenannte Böhm-Pavillon verschwindet. Ein Neubau mit vier Obergeschossen ermöglicht die barrierefreie Erschließung des Opernhauses für Besucher, außerdem öffentliche Funktionen wie Kartenverkauf, Tagesbar, Restaurant und Platz für Veranstaltungen.

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Dafür entstehen ein zweiter Haupteingang vom Park her, eine Treppe und zwei Aufzüge. Für dieses Paket wurde ein Aufwand von 10 bis 13 Millionen Euro Stand heute errechnet, mit Preissteigerung wären es 13,4 bis 17,4 Millionen Euro. Mit den gemeinschaftlichen Baustellenkosten landet man bei 29 Millionen Euro.

Turnhalle – Kosten noch ungewiss

Das Königin-Katharina-Stift soll auf der anderen Seite des Schulgebäudes an der Schillerstraße eine neue Turnhalle erhalten. Diese Kosten sind in der Gesamtsumme für das Staatstheaterprojekt, die das Land und die Stadt als Träger der Staatstheater zu gleichen Teilen übernehmen müssen, nicht enthalten. Auch ob das Land einen Teil dieses Teilgrundstückes bezahlt, ist noch Verhandlungssache.

Kulissengebäude – 348 Millionen Euro

Das bestehende Gebäude wird abgebrochen, ein neues errichtet, das den Staatstheatern das Gros von 10 450 Quadratmetern zusätzlicher Fläche verschaffen und besser an die Spielstätten angebunden sein soll. Das zweite Untergeschoss soll größer dimensioniert werden als der Baukörper darüber. Auf die zwei Untergeschosse und fünf Obergeschosse werden Werkstätten, Lager, Büros und Probenräume für Orchester, Oper und Ballett verteilt. Um alles unterzubringen, soll das neue Kulissengebäude sich bis an die Schillerstraße erstrecken. 200 bis 260 Millionen Euro kosten rechnet man nach heutiger Preislage, rund 267 bis 348 Millionen mit Preissteigerungen.

Opernhaus – 453 Millionen Euro

Zuschauer- und Bühnenhaus im Max-Littmann-Bau werden rundum saniert und modernisiert. Der Plan ist, eine Drehbühne wie im Schauspielhaus und eine vollwertige Kreuzbühne zu installieren. Dafür muss die Südfassade in dem Bereich um rund 2,5 Meter Richtung Landtag verlegt werden. Bühnentechnik und Leitungen sind komplett erneuerungsbedürftig. Heute würde all das – je nach Planungsfortgang – Kosten von 260 Millionen Euro bedeuten. Im Laufe der Detailplanung könnten bis zu 30 Prozent (78 Millionen Euro) hinzukommen. Die insgesamt 338 Millionen könnten sich bei den vorsichtshalber einkalkulierten Baupreissteigerungen auf 348 bis 453 Millionen erhöhen.

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