Sanierung des Hauptbahnhofs Uhr am Bonatzbau erstrahlt in neuem Glanz

Handarbeit in luftiger Höhe: das aufgearbeitete Ziffernblatt der Bahnhofsuhr wird montiert. Foto: Christian Milankovic

Die Uhr am Bonatzbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs erstrahlt nach aufwendiger Restaurierung wieder in neuem Glanz. Die Montage findet in luftiger Höhe statt.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Langsam aber sicher nimmt der markante Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofs wieder seine gewohnte Form an. Die Steinquader sind – verdeckt durch große Transparente, die Stars des Stuttgarter Balletts in der neuen Bahnhofshalle zeigten – aufwendig restauriert worden. Am Dienstag ist nun die große Uhr, die an der Turmfassade zur Innenstadt hin zeigt, was die Stunde geschlagen hat, wieder in luftiger Höhe zusammengesetzt worden.

 

Für die Arbeit braucht es Sachverstand – und Schwindelfreiheit. Das Gerüst, von dem aus gearbeitet wird, ist keine zwei Meter breit, dafür schwebt die Arbeitsplattform in rund 40 Metern Höhe. Für die beiden Chefs des Unternehmens Eisenhart Turmuhrenbau Stuttgart, Uwe und Marvin Eisenhart, und deren Mitarbeiter ist das gewohntes Terrain. Routiniert laufen die Arbeiten ab, wo andere angstvoll in den Abgrund schauen würden.

Für die Uhr am Bonatzbau waren die zurückliegenden Jahre ein stetes Auf und Ab. Nachdem Ende 2022 eine Brand den Zeitanzeiger beschädigt hatte, wurden Teile der Uhr Anfang 2023 abgenommen. Das auf Turmuhren spezialisierte Unternehmen überarbeitete die Zeiger – der für die Minuten ist mehr als zwei Meter lang – und brachte sie im Februar 2023 wieder in luftiger Höhe in Stuttgart an. Daraufhin drehten die Zeiger wieder ihre Runden, bis sie zu Beginn der Sanierungsarbeiten am Turm des Bonatzbaus abermals ihren angestammten Platz verlassen mussten.

Ebenfalls abgenommen wurde das goldfarbene Zifferblatt. „Das haben wir in der Werkstatt vom Rost befreit und neu lackiert“, sagt Marvin Eisenhart. In mehreren Teilen sind die Streben und die auf ihnen sitzenden römischen Ziffern wieder rund ums Uhrblatt platziert und miteinander verschraubt worden. Direkt an Ort und Stelle sind hingegen die Markierungen der Fünf-Minuten-Abschnitte aufgearbeitet worden. Deren Demontage wäre zu aufwendig gewesen.

Die Uhr ist wieder da, der Stern fehlt weiter

Als letztes sind am Dienstagnachmittag dann noch die Zeiger montiert worden. Wann die Uhr – für die Orientierung der Reisenden bei einem pünktlichen Bahnbetrieb nicht ganz unwichtig – wieder in Gang gesetzt wird, hängt davon ab, wann die Stromversorgung im Turm wieder eingerichtet ist. Und auch wenn die Uhr nun wieder in neuem Glanz erstrahlt, ist der Turm doch noch nicht wieder ganz der Alte. Der Mercedes-Stern, der ebenfalls wegen der Bautätigkeit hat weichen müssen, kehrt erst im Jahr 2027 zurück.

Weitere Themen