Sanierung des Plochinger Gymnasiums Ampel für den Zeitplan steht auf Rot

Der neue Erweiterungsbau des Plochinger Gymnasiums steht, aber er ist noch nicht dicht: Nach wie vor fehlen die Fenster. Foto: /Matthias Drißner

Aufgrund von Lieferschwierigkeiten wird der Neubau am Plochinger Gymnasium nicht termingerecht fertig. Jetzt ist der Projektsteurer gefragt, schließlich stehen bei dem Großprojekt noch viele weitere Sanierungsschritte an.

Plochingen - Noch immer hängen Plastikfolien statt Fenster im neuen Erweiterungsbau am Plochinger Gymnasium. „Die Fenster sollten fast schon seit einem halben Jahr drin sein“, klagte der Leiter des Verbandsbauamts, Wolfgang Kissling, vor der Ratsrunde. Das ist auch der Grund, weshalb das Ampelsymbol für den Rahmenterminplan nun auf Rot steht. Konkret bedeutet das, „dass wir den Neubau zum Schuljahresanfang nicht mehr fertiggestellt bekommen“, bedauert er. Beim Kupferbau, der zeitgleich fertig werden sollte, könnte es indessen klappen. Dort sind die Fenster in den Klassenzimmern montiert, die Ausbau- sowie Technischen Gewerke sind im Gange, ebenso die Dach- und Fassadenarbeiten.

 

Kupferbau ist noch im Lot

Beim Dämmmaterial für das Dach des Neubaus gab es auch schon Lieferprobleme. Anstelle von Mineralfaser konnte man hier auf Platten aus Gasbeton als Ersatzdämmstoff ausweichen. Dieser sei zwar etwas teurer, habe aber den Vorteil, dass er druckfest sei, führte Kissling aus. Beim Kupferbau könne die Dachabdeckung erhalten bleiben, da sie noch nicht sonderlich alt sei. Der technische Innenausbau im Neubau schreitet ebenfalls voran. Momentan werden Treppengeländer und Lüftungskanäle montiert. Doch wegen der fehlenden Fenster verzögert sich auch die weitere Montage der Fassade.

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Nun sei man an einem „kritischen Punkt“, sagte Ralf Schmidgall (CDU). Um den Plan wieder ins Lot zu bringen, sei der Projektsteurer gefragt. Er habe nach Lösungen zu suchen, um den Terminplan zu halten. Die Ampel bleibe wohl noch längere Zeit auf Rot geschaltet, befürchtete Joachim Hahn (SPD). Der Lieferengpass sei bedauerlich, dass die Kostenampel noch auf Gelb stehe, sei dagegen „beruhigend“, sagte Constanze Hapke-Amann (OGL) an. Harald Schmidt (ULP) fragte nach einem „Plan B“. Und der fraktionslose Klaus Hink wollte wissen, ob in den Vergaben fixe Zeitpunkte festgeschrieben seien. Die Verträge würden Fristen enthalten, antwortete Kissling. Wenn der Fensterbauer aber keine Beschläge bekomme, weil diese in einem Schiff „vor sich hin dümpeln“, sei fraglich, ob es sich um „höhere Gewalt“ handle oder ob dies im Risiko des Fensterbauers liege.

„Schleichende Übergänge“ mit Schleifspuren

Kissling bezweifelte, dass der Neubau noch fristgerecht fertiggestellt werden kann. Das werfe aber „den Gesamtplan nicht über den Haufen“ – erklärte er trotz der komplizierten Logistik, wie die knapp 50 Millionen Euro teuren, über sechs Jahre verteilten Bauarbeiten bei laufendem Schulbetrieb über die Bühne gehen sollen. Werde der Kupferbau rechtzeitig fertig, könne er als Domizil für die Klassenzimmer dienen. Lediglich der Umzug der Fachräume stünde dann erst später an. Vermutlich werde es dadurch nach den Sommer- oder Herbstferien keine glatten, sondern eher „schleichende Übergänge mit der einen oder anderen Schleifspur“ geben, „doch wir haben dort schon andere Probleme gelöst“.

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Aktuell stand die Vergabe der Außenanlagen zwischen Neu- und Kupferbau an. Unter anderem sollen Bäume entlang des Raunerwegs gepflanzt werden. Mit knapp 330 000 Euro lag das Angebot der Firma Patrick Bayer Garten- und Landschaftsbau aus Neuhausen etwa 28 000 Euro unter der Kostenberechnung. Dadurch erhöhte sich der Vergabepuffer auf insgesamt etwa 430 000 Euro. Die aktuelle Auftragssumme bei dem rund 48,2 Millionen Euro teuren Projekt beträgt damit rund 26,7 Millionen Euro. Insgesamt sind etwa 63 Prozent der Leistungen für den Neu-, Haupt- und Kupferbau vergeben. Das Ampelsymbol für den Kostenplan steht auf Gelb, weil sich die Verzögerungen auch auf die Kosten niederschlagen können. Bis auf Klaus Hink, der sich enthielt, stimmte der Gemeinderat der Vergabe zu.

Bauzeit bis 2026

Bauprojekt
Das Plochinger Gymnasium gehört zu den größten im Land und wird für knapp 50 Millionen Euro saniert und erweitert. Die Bauzeit beläuft sich auf rund sechs Jahre – bei laufendem Schulbetrieb erfordert das eine ausgeklügelte Logistik.

Bauabschnitte 1 und 2
Ab September 2020 wurden der Anbau abgerissen und der Kupferbau entkernt. Die betreffenden Klassen sind seitdem im Nebenbau der Burgschule untergebracht. Erweiterungs- sowie Kupferbau sollten eigentlich zum Schuljahr 2022/23 fertig sein, aber am Neubau fehlen noch immer die Fenster.

Bauabschnitte 3, 4 und 5
Wenn ab Mitte 2022 der Hauptbau saniert wird, braucht es wieder Platz: Der Fachunterricht sollte dann eigentlich im Neubau stattfinden – der ist aber nach neuestem Stand bis dahin noch nicht fertig. Die bislang im Nebenbau untergebrachten Klassen sollen in den Kupferbau ziehen. Ab Sommer 2024 sollen dann der Oberstufenbau und ein Jahr später Unterstufenbau und Turnhalle saniert werden.

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