Sanierung der Villa Berg in Stuttgart Anbau an Villa Berg wird wohl kleiner

Ein Beispiel für einen möglichen Anbau an die Villa Berg Foto: Atelier Brückner

Die alte Villa im Osten hat 1500 Quadratmeter Nutzfläche, ein Anbau sollte weitere 2500 beisteuern. Das hält eine Mehrheit im Gemeinderat offenbar für zu üppig.

Die CDU im Gemeinderat hat vor wenigen Tagen einen Anbau an die seit vielen Jahren leer stehende Villa Berg im Stuttgarter Osten in Frage gestellt. Das zusammen mit der Wiederherstellung der Parkanlage auf 170 Millionen Euro gewachsene Projekt müsse grundsätzlich überdacht, der Anbau gestrichen und die Villa als Solitär erhalten werden. Dagegen wendet sich eine Mehrheit im Gemeinderat.

 

Grüne, SPD und die Fraktion Puls haben am Montag in einem gemeinsamen Antrag und die FDP in einer Wortmeldung erklärt, dass mit ihnen kein Planungsstopp zu machen sei. Man stehe zur Sanierung und zu neuen Veranstaltungsräumen. Allerdings müsse der Anbau „ausreichend, aber auch verhältnismäßig“ und eine funktionierende Gastronomie gewährleistet sein, heißt es im Antrag, der einen Kritikpunkt der CDU zum Teil aufnimmt. Das Ziel, dass sich der Erweiterungsbau in das Ensemble Villa und Park einfügen müsse, sei „ aus dem Blick geraten“.

Kosten des Neubaus nicht ausgewiesen

Man erwarte im ersten Quartal 2023 eine angepasste Raumplanung und Nutzungskonzeption. Die Eingriffe in das Ensemble Villa und Park müssten auf ein „ökologisch wie ökonomisch vertretbares Maß begrenzt werden“. Der Abbruch der Planung würde die Bürgerbeteiligung für das Projekt ad absurdum führen, hießt es im Antrag. Auch die FDP warnt vor einer Verzögerung und einem „Zurück auf Los“, so der Stadtrat Eric Neumann. Abstriche am „offenbar zu umfangreichen Nutzungskonzept“ halten die Liberalen gleichwohl für möglich. Jede Verzögerung verteuere wegen steigender Baupreise das Vorhaben, so ein Argument der Befürworter, „Pragmatismus“ sei gefragt, so Armin Serwani (FDP).

Die Stadtverwaltung hatte im September 2023 zwei Entwürfe des Ateliers Brückner (Stuttgart) für Anbauten vorgestellt, die unterschiedlich hoch neben der Villa aufragen und mal modern, mal historisierend sind. Sie vergrößern die Nutzfläche der Villa (1500 Quadratmeter) auf 4000 Quadratmeter. Die Kosten des Anbaus werden in einer Vorlage an den Gemeinderat nur zusammen mit den Sanierungskosten für die Villa genannt. Zusammen müssten einer „ersten Prognose“ zufolge rund 104 Millionen Euro aufgewandt werden. Dazu kommt die Sanierung der Tiefgarage (27,3 Millionen Euro) und des Parks in zehn Abschnitten.

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