Die Sanierung des Gewässers steht bevor, danach folgt der Reiterhofsee. Es könnte zu Belästigungen kommen. Auch für die Nase.

Der Murkenbachsee an der Schönaicher Straße und der Reiterhofsee an der Schönbuchstraße werden entschlammt. Die Maßnahmen, die das Böblinger Tiefbau- und Grünflächenamt durchführen lässt, beginnen am Montag, 16. September. Gestartet wird am Murkenbachsee, im Anschluss wird die Baustelle an den Reiterhofsee verlegt.

 

In einer Mitteilung weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass es im Rahmen der Arbeiten zu Lärm- und Geruchsemissionen kommen kann sowie zu Beeinträchtigungen der fußläufigen Verbindungen in diesen Bereichen. Die Arbeiten werden voraussichtlich sechs bis sieben Wochen dauern.

Amphibienfahrzeug am See

Die Maßnahmen sind erforderlich, da sich durch Zuläufe in die Gewässer im Laufe der Jahre eine etwa 80 Zentimeter hohe Sedimentschicht in den Seen abgelagert hat. Verbunden mit den Sedimenten sind Nährstoffeinträge, die das Ökosystem in den Seen belasten. Sichtbar wird dies an der Algenblüte, die sich im Spätsommer, vor allem nach heißen Tagen, im Murkenbachsee zeigt.

Gewählt wird das Verfahren der so genannten Nassentschlammung, dies sei für das Ökosystem See vergleichsweise schonend, teilt die Verwaltung mit. Bei der Nassentschlammung werden die Sedimente mit Hilfe eines Unterwasserarbeitsgerätes von einem Amphibienfahrzeug aus abgetragen und über Saugleitungen auf Zentrifugen und Pressen übertragen, die für die Entwässerung der zugeführten Sedimente sorgen. Der entwässerte Pressrückstand wird anschließend auf einer Deponie entsorgt, während das anfallende Prozesswasser wieder in die Seen zurückgeleitet wird.

Die Verwaltung verweist darauf, dass die Böblinger Seen in den warmen Sommermonaten seit Jahren belüftet werden, um den Sauerstoffhaushalt in den Seen zu stabilisieren. Eine Entschlammung der Seen könne sich zusätzlich förderlich auf den Sauerstoffhaushalt der Seen auswirken.