Sanna Marin 34-Jährige soll Finnlands Ministerpräsidentin werden

Von red/AP 

Finnland soll eine neue Ministerpräsidentin bekommen. Die Wahl der Sozialdemokraten fällt auf die junge Ministerin Sanna Marin.

Sanna Marin wird mit 34 Jahren die jüngste Ministerpräsidentin ihres Landes und weltweit. Foto: AFP/VESA MOILANEN
Sanna Marin wird mit 34 Jahren die jüngste Ministerpräsidentin ihres Landes und weltweit. Foto: AFP/VESA MOILANEN

Tallinn - Nach dem Rücktritt von Antti Rinne als finnischer Ministerpräsident soll die Ministerin Sanna Marin dessen Nachfolgerin werden. Der Parteirat der regierenden Sozialdemokraten stimmte am Sonntag mit knapper Mehrheit für die 34-Jährige, die dann jüngste Regierungschefin in der Geschichte des Landes wäre. Marin ist Vize-Parteichefin, seit 2015 Abgeordnete und dient bisher als Verkehrs- und Kommunikationsministerin. Laut der größten finnischen Zeitung „Helsingin Sanomat“ und dem Boulevardblatt „Ilta-Sanomat“ wird Marin zudem der jüngste amtierende Ministerpräsident der Welt.

Es wird erwartet, dass das Parlament sie und ihre neue Regierung rasch bestätigt. Dann könnte Marin ihr Land beim EU-Gipfel am 12. und 13. Dezember vertreten, zumal es derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Der bisherige Regierungschef Rinne war am Dienstag zurückgetreten, nachdem ein wichtiger Koalitionspartner - die Zentrumspartei - ihm die Unterstützung versagt hatte. Als Grund nannte sie einen Vertrauensverlust. Die Zentrumspartei hatte vor einem zweiwöchigen Streik im November, der sich von der staatlichen Post auf andere Branchenakteure wie die nationale Fluggesellschaft Finnair ausweitete, bereits Rinnes Führungsfähigkeiten infrage gestellt.

Neue Parlamentswahlen im April

Rinnes Rückzug führte auch vorläufig zum formalen Rücktritt der Koalition aus den Sozialdemokraten, der Zentrumspartei und drei Juniorpartnern: die Grünen, das Linksbündnis und die Schwedische Volkspartei.

Als Sieger der Parlamentswahl im April durften die Sozialdemokraten einen der ihren für das Amt des Regierungschefs vorschlagen. Sie und die vier anderen Bündnispartner betonten am Sonntag, dass sie an dem nach der Wahl vereinbarten Regierungsprogramm festhielten und die Koalition unter Marin fortsetzten. Ihre neue Regierung wird nach wie vor eine komfortable Mehrheit von 117 Mandaten im 200 Sitze zählenden Parlament haben.

Rinne soll laut den Sozialdemokraten Vize-Parlamentspräsident werden. Zudem soll er bis zu einem Parteitag im Sommer 2020 Vorsitzender der Sozialdemokraten bleiben.